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Nachrichten aus dem Nirgendwo

Bleib bei ihr.

Gib der Angst ein Daseinsrecht – sei eine Weile mit ihr, ohne etwas zu wollen, ohne etwas zu reparieren. Die Lösung kann warten.

Wenn etwas schiefläuft, ist meine erste Antwort Tempo. Reparieren, mich erklären, glätten – bevor das Gefühl darunter eine Chance bekommt, mich einzuholen. Es sieht aus wie Verantwortung. Meistens ist es Angst mit einer ToDo-Liste, und mit jeder hastigen Bewegung grabe ich mich tiefer ein.

Der Brief unterbricht genau dort, mit einer Anweisung, die nach Nichtstun klingt: Akzeptiere, dass du Angst hast. Fühle die Angst. Gib ihr ein Daseinsrecht – eine Weile lang, ohne etwas zu wollen, ohne etwas zu reparieren. Es braucht gerade keine Lösung. „Angst verlangt Kontrolle“ hat den Mechanismus hinter der Eile benannt; „Abgrenzung“ kennt auch die zweite Hälfte dieses Briefes – das Verbiegen und die Angst darunter.

Wenn in deiner Woche gerade so eine Situation steckt, lies diesen Brief langsam. Die ToDo-Liste kann zehn Minuten warten.

Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.

Was du fühlst, ist Angst. Angst durch Kontrollverlust, Angst zu versagen und Angst nicht zu gefallen. Und du möchtest dieses Gefühl mit aller Kraft sofort loswerden. Und daraus resultiert Aktionismus, der dich nur noch tiefer in das gefühlte Schlamassel führt.

Fang als erstes bei dir an: Akzeptiere einfach einmal, dass du Angst hast. Fühle die Angst. Gib ihr ein Daseinsrecht. Sei eine Weile mit ihr. Ohne etwas zu wollen, ohne etwas zu tun. Es braucht gerade keine Lösung.

Und dann: Erinnerst du dich noch? Verbiege dich nicht für andere. Mach deine Dinge so, wie sie sich für dich gut anfühlen. Auch hinter dem Verbiegen liegt Angst. Angst vor Konflikten. Verliere dich nicht, nur weil du Angst hast. Sei du selbst und verteidige dein Du-Selbst-Sein auch. Denn die Angst vor den Konsequenzen ist auch nur Angst.

Erinnere dich: Für dich ist vollumfänglich gesorgt. Die richtigen Dinge passieren im richtigen Moment. Du bist am richtigen Ort zur richtigen Zeit.

Schön, dass Du da bist.

Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.

Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.

Bis zum nächsten Mal,
– Jan

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Angst verlangt Kontrolle
Im einen Moment liebst du, was du gemacht hast; im nächsten sieht es klein aus, und du fühlst dich exponiert. Ein Brief über Selbstzweifel – und darüber, das Werk seinen eigenen Weg gehen zu lassen.
Abgrenzung
Wieder ein Ja, das du nicht so gemeint hast, wieder ein Abend, an dem du trägst, was nicht deins ist – ein Brief über Abgrenzung und die Angst darunter.

Wenn Du neu hier bist: Diese Briefe sind Teil einer täglichen Schreibpraxis. Hier weiterlesen.

Nachrichten aus dem Nirgendwo
Eine tägliche Praxis: Ich stelle eine Frage – an das Universum, an die Liebe, an das große Nirgendwo – und schreibe die Antwort auf, die kommt. Hier sind die, in denen es ums Kreieren geht.