Abgrenzung.
Wenn du nicht Nein sagen kannst, geht es selten um die andere Person – darunter sitzt Angst, und ihr kannst du begegnen.
Die Frage hinter diesem Brief war praktisch: Wie setze ich Grenzen bei der Arbeit? Die Mechanik des Problems kenne ich gut – das Ja, das aus meinem Mund ist, bevor ich geprüft habe, ob es stimmt, und der Groll, der sich später einstellt, pünktlich nach Fahrplan.
Der Brief geht unter die Mechanik. Abgrenzung, sagt er, ist im Prinzip ein Thema von Angst – Angst vor Ablehnung, vor Konflikten, vor dem Anecken – und der Weg hindurch ist kein besseres Skript, sondern ein anderes Verhältnis zu dieser Angst: Lass sie da sein, durchdringe sie mit Liebe, und sie hört auf zu diktieren. „Hingabe & Entscheidung“ hält dieselbe Linie von der Artikelseite her: Grenzen setzen, wenn etwas nicht stimmig ist – denn Loslassen bedeutet nicht, sich selbst aufzugeben.
Was bleibt, ist ein Kompass, der aus diesen Briefen längst vertraut ist, jetzt auf andere Menschen gerichtet: Was sich gut und leicht anfühlt, ist richtig – und was sich schwer anfühlt, ist eine Möglichkeit, neu zu wählen.
Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.
Jedes Wesen, jeder Mensch um dich herum hat seine ganz einzigartige, wundervolle Realität. Sie bewegen sich darin, geben und nehmen in der Interaktion mit ihrem Umfeld. Die Verantwortung über die Balance in deinem Geben/Nehmen trägst du. Abgrenzung ist im Prinzip ein Thema von Angst. Angst vor Ablehnung. Angst vor Konflikten. Angst anzuecken. Und diese Angst hat das Potenzial, dich zu zerreissen. Du kennst das bereits von früher. Du hast das bereits erfahren. Und du hast Narben davongetragen.
Wir möchten dir sagen, dass wir bei dir sind. Dass wir dich unterstützen und dir immer helfen. Solange du uns hörst und immer wieder zu uns kommst. Dich hingibst. Deiner inneren Stimme folgst. So kannst du diese Hilfe annehmen und integrieren. Wir sind auch da, wenn du uns nicht zuhörst. Und dein Leiden wird dich wieder zu uns führen. Hast du nicht genug gelitten? Genug Narben? Ja, das hast du. Und du hast gelernt, Angst zu akzeptieren, sie zu fühlen. Ihr ein Daseinsrecht zu geben und sie so mit Liebe zu durchdringen, dass sie einfach da sein kann, ohne dein Handeln zu bestimmen.
Und so kannst du dich abgrenzen, dich frei bewegen. Im Vertrauen, dass das, was sich gut anfühlt, sich leicht anfühlt, richtig ist. Und das, was sich schwer anfühlt, eine Möglichkeit ist, neu zu wählen. Folge diesem Ruf. Mit Hingabe, frei von Angst.
Schön, dass Du da bist.
Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.
Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.
Bis zum nächsten Mal,
– Jan