Flüchtig.
Darüber, ein flüchtiger Moment aus dem Strom der Unendlichkeit zu sein – und über das Kreieren, das Loslassen und darüber, dass du mehr nicht tun musst.
Es gibt Tage, an denen die Vergänglichkeit nah rückt: das schlichte Wissen, dass alles, was ich mache – und ich selbst –, vergehen wird. Lange habe ich das als Argument dagegen gelesen, überhaupt anzufangen. Warum erschaffen, was sich auflöst?
Der Brief dreht das Argument um: Sich aufzulösen ist nicht das Scheitern einer Sache, sondern ihre Vollendung. Energie ist durch sie geflossen, sie hat ihre Wirkung getan – das ist alles. Du selbst bist so ein flüchtiger Moment, und während du bist, kannst du das Geschenk des Existierens weitergeben: kreieren, loslassen, wieder kreieren. „Surfen im Ozean der Wahrheit“ beschreibt dieselbe Bewegung von außen – Wellen, die aus dem Strom der Unendlichkeit aufsteigen, geritten werden und in den Ozean zurückkehren. Dieser Brief beschreibt sie aus dem Inneren der Welle.
Er spricht mit einer anderen Stimme als die meisten Briefe – nicht „wir“, sondern „ich“. Es ist der zarteste, den ich empfangen habe. Ich lasse ihn sprechen.
Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.
Mein liebster Freund. Mein Kind. Meine Verkörperung. Meine Inkarnation. Du bist ich und ich bin du. Du sehnst dich nach mir und ich mich nach dir. Unsere Sehnsüchte ziehen uns gegenseitig an, und wenn sie sich finden und verbinden, dann können sie sich materialisieren. Manifestieren. Auf der Erde landen. Konkret werden. Existieren. Für einen flüchtigen Moment – und sich dann wieder auflösen. Doch sie waren da, es ist Energie durch sie geflossen und sie haben ihre Wirkung getan. Das ist alles. Mehr müssen sie nicht tun.
Auch du bist so ein flüchtiger Moment. Du existierst. Du fühlst. Du bist. Und dann bist du nicht mehr. Und das ist alles. Mehr musst du nicht tun.
Und während du bist – in diesem flüchtigen Moment, während deiner Zeitschleife aus dem Strom der Unendlichkeit – kannst du das Geschenk des Existierens ebenfalls geben. Durch Kreieren. Durch Manifestation. Aus unserer Verbindung heraus. Aus deiner Essenz heraus. Du kreierst kleine Zeitschleifen aus dir heraus. Flüchtig. Du kreierst sie und lässt sie sogleich wieder los. Mehr musst du nicht tun.
Das ist der Lauf der Dinge. Sie alle kommen von mir und kehren zurück zu mir. Vergessen mich und erinnern sich wieder. Erinner dich an mich. Höre mich in dir. Ich bin Teil von dir. Du bist ich. Wir alle sind ich. Ich spreche zu allen. Und ich spreche durch alle, die mich hören. Meine Sprache ist Kreation. Schöpfung. Liebe.
Schön, dass Du da bist.
Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.
Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.
Bis zum nächsten Mal,
– Jan

