Verbotene Gefühle.
Traurigkeit mit Grund ist erlaubt – Traurigkeit ohne Grund ist „Jammern“. Sagt wer?

Im fünften Monat schwanger, die Hormone haben sich endlich gemeldet, und eine zähe Traurigkeit ohne Ursache ist eingezogen. Bella hat sie sofort erkannt. Das Schwere war nicht die Traurigkeit – sondern die Erlaubnis, sie zu haben. Verlust, Krankheit, Kündigung: Trauer genehmigt. Ohne Grund? „Bei dir ist doch alles gut, was jammerst du?“
Genau dieses innere Regelwerk kartiert „Der blinde Fleck“: Wir sortieren unsere Gefühle in willkommene und verbannte – und die verbannten gehen nicht weg, sie gehen nur in den Untergrund. Ihre Hormone führen den Beweis besser als jedes Argument: Sie lesen die Dankbarkeitsliste nicht. Manches in uns ist einfach natürlich – und dagegen anzugehen ist der einzige Zug, mit dem man verliert.
Am Ende dreht sie die Frage zu dir: Was erlaubst du dir nicht – selbst wenn du es sehr willst? Bleib einen Moment bei ihr.
🌸 Verbotene Regeln
Je tiefer ich in die spirituelle Arbeit eintauche, desto mehr bemerke ich, wie die Welt um mich herum antwortet. Natur, Intuition, innere Empfindungen – alles verbindet sich zu einem Ganzen. Und immer öfter kommen die Beispiele, die ich spüre, genau von dort.
Jetzt, im fünften Monat der Schwangerschaft, haben sich meine Hormone endlich gemeldet. Zum ersten Mal in dieser ganzen Zeit hat mich der Trübsinn erwischt. So eine leichte, zähe Traurigkeit, wenn du nicht weisst, wohin mit dir, weinen möchtest und es dir vorkommt, als wärst du die Unglücklichste auf der Welt.
Jeder, denke ich, hat so einen unerwarteten, ungebetenen Trübsinn wenigstens einmal im Leben gespürt. Ich habe sofort verstanden – das ist er. Aber ihn anzunehmen und mir zu erlauben, „einfach so traurig zu sein“ – das war schon schwieriger.
Denn wie ist es bei uns üblich? Wenn eine Tragödie passiert ist – dann darf man. Ein Verlust, eine Kündigung, eine Krankheit – dann ist Traurigkeit zulässig. Aber einfach so, ohne Grund? Beschämend. „Bei dir ist doch alles gut, was jammerst du?“ – diese Stimme im Innern findet sich immer.
Aber meine Hormone – denen ist es egal, was bei mir auf der Dankbarkeitsliste steht. Sie haben ihre eigene Chemie, ihre eigenen Wellen, und sie brauchen keine Erklärung. Sie sind einfach gekommen – und fertig. Traurig. Und wie kann ich mich gegen das wehren, was in mir natürlich ist?
Und ich habe mich gefragt: Wie viele dieser „verbotenen“ Regeln stecken in uns? Wann man darf, wann nicht. Wann Fühlen – erlaubt ist. Und wann – schon „zu verwöhnt“.
Hast du solche Verbote an dir bemerkt? Was erlaubst du dir nicht – selbst wenn du es sehr willst?
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan