Im Regen tanzen.
Ein Brief über das Jetzt – die Leichtigkeit, die in jedem Moment wartet, im Regen wie in der Sonne, und zum Kompass wird.
An jenem Morgen hatte mir schon eine Karte geantwortet. Auf ihr stand der Satz, der meist Vivian Greene zugeschrieben wird – der Sinn des Lebens liegt nicht darin, darauf zu warten, dass das Gewitter vorüberzieht, sondern darin, zu lernen, im Regen zu tanzen. Als ich mich trotzdem für meinen täglichen Brief hinsetzte und fragte, was ich heute wissen sollte, hielt sich die Antwort nicht mit etwas Neuem auf. Genau das, sagte sie.
Der Brief nimmt das Zitat beim Wort und richtet es auf die Gegenwart: Die Leichtigkeit liegt nicht auf der anderen Seite des Gewitters, sie ist jetzt zu finden – im Regen wie in der Sonne – und ihr zu folgen ist keine Stimmung, sondern eine Art zu navigieren. „Amor Fati“ geht denselben Boden von der stoischen Seite ab: das Leben nicht trotz seiner Härten zu lieben, sondern gerade wegen ihnen. Und „Jetzt“ hat die lange Zwischenzeit schon zerlegt – das Warten darauf, dass das Eigentliche endlich beginnt.
Lies ihn an einem Tag, an dem du das Leben aufgeschoben hast, bis die Umstände besser werden. Das müssen sie nicht.
Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.
„Der Sinn des Lebens liegt nicht darin, darauf zu warten, dass das Gewitter vorüberzieht, sondern darin, zu lernen, im Regen zu tanzen.“
Es geht ums JETZT. Finde die Leichtigkeit in jedem Moment. Folge ihr. Gebe dich hin. Sie ist überall zu finden. Im Regen wie in der Sonne. Höre nie auf, sie zu suchen, dich nach ihr auszurichten. Ihr zu folgen. Sie ist dein Kompass. Auf deinem Weg.
Schön, dass Du da bist.
Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.
Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.
Bis zum nächsten Mal,
– Jan