Das Netz.
Wenn dein Körper nicht mehr mitspielt, ist er nicht gegen dich – er zieht dich aus dem Wollen heraus, hin zu dem Netz, das alle hält.
Es gab eine Phase bei der Arbeit, in der ich hart gewollt und nichts zurückbekommen habe. Angst am Morgen, Verzweiflung am Nachmittag – und ein Körper, der schlicht gestreikt hat: keine Energie, keine Motivation, kein Fluss. Ich habe gefragt, was ich darüber wissen soll.
Die Antwort dreht das Bild um: Der Körper sabotiert nicht, er lehrt. Er hat mir gezeigt, dass ich im Wollen feststeckte – in meinem eigenen und in dem aller anderen, das auf mich eindrang. Über all diesen konkurrierenden Willen, sagt der Brief, liegt ein Netz aus Licht, Liebe und Energie, das alle hält – und erreicht wird es so, wie „Hingabe & Entscheidung“ es beschreibt: durch Vertrauen, Hinhören, Loslassen. „Fallen lassen“ hat dasselbe Geheimnis von der anderen Seite erzählt – was dich auffängt, erscheint in dem Moment, in dem du dich fallen lässt.
Wenn sich Arbeit gerade wie ein Wettstreit der Willen anfühlt, lies diesen Brief langsam. Die letzten drei Sätze reichen zum Mitnehmen.
Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.
Du willst und es geht nicht. Du willst und dein Körper macht nicht mit. Er stellt sich „quer“. Er stellt sich dir scheinbar entgegen. Er entzieht dir Energie. Motivation. Fluss. Du denkst, dein Körper ist gegen dich. Aber du weisst, er ist mit dir. Er führt dich. Er lehrt dich.
Denn du bist gerade im Wollen. Teilweise in deinem Wollen. Aber auch im Wollen deiner Mitarbeiter. Beides ist Wollen. Ja genau, gut, andere versuchen ständig, dir ihren eigenen Willen aufzudrängen. Aber auch das ist Wollen.
Sei dir gewiss, dass es ein Netz an Licht, Liebe und Energie darüber gibt, das alle umfasst. Alle. Auch deine Mitarbeiter. Und dieses Netz ist stärker als der Wille jedes Einzelnen. Viel stärker.
Du kennst dieses Netz. Es ist die Stille, an die wir dich immer wieder erinnern. Die Stille, die gehört werden will. Die Stille, die nur durch Hingabe erreicht werden kann. Durch Vertrauen. Durch Hinhören. Durch Loslassen. Du kennst sie.
Wir möchten dich nur nochmal daran erinnern, dass egal, wie es für deinen Verstand aussieht. Egal, wie sehr du denkst, du kannst dich dem Willen anderer nicht entziehen. Die Kraft, die jenseits dieser Angst liegt, ist grösser. Und sie ist immer da. Und sie fängt dich in genau dem Moment auf, in dem du dich fallen lässt.
Hör auf deinen Körper. Was sich nicht gut anfühlt, ist es auch nicht. Finde die Leichtigkeit.
Schön, dass Du da bist.
Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.
Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.
Bis zum nächsten Mal,
– Jan