Wenn du aufhörst.
Dich fallen zu lassen ist nicht etwas, was du tust – es ist das, was passiert, wenn das Tun aufhört und das Vertrauen übernimmt.
Der letzte Brief hier, „Das Netz“, endete mit einem Versprechen – was dich hält, erscheint in dem Moment, in dem du dich fallen lässt. Ich habe das gelesen und das Menschlichste getan, was man tun kann: Ich habe nach einer Anleitung gefragt. Wie genau lässt man sich fallen?
Die Antwort beginnt damit, die Frage aufzulösen. Dich fallen zu lassen ist nicht etwas, was du tust; es ist das, was passiert, wenn du aufhörst zu tun – aufhörst zu reden und anfängst hinzuhören, aufhörst zu wollen und anfängst zu vertrauen. Der Brief zeigt es an etwas so Unglamourösem wie einem Meeting im Kalender: Die Fakten stehen fest, die Meinungen sind gemacht, die Vorbereitung baut nur die Bühne. Er landet dort, wohin „Die Kunst des Loslassens“ schon die ganze Zeit zeigt – was bleibt, ist zu bemerken, was sich leicht anfühlt, und dem zu folgen.
Wenn du je versucht hast, dich zum Loslassen zu zwingen, ist dieser Brief für dich. Versuchen ist das falsche Werkzeug.
Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.
Dich fallen zu lassen ist nicht etwas, was du tust. Fallen lassen ist das, was passiert, wenn du aufhörst zu tun. Wenn du aufhörst zu reden und anfängst hinzuhören. Aufhörst zu wollen und anfängst zu vertrauen. Aufhörst zu kontrollieren und anfängst, dich hinzugeben. Loslässt.
Nehmen wir ein wichtiges Meeting, das vor dir liegt. Alle Fakten sind bereits klar. Meinungen sind gemacht. Die Präsentation ändert daran nichts. Die Diskussion tut es. Und du hast keine Kontrolle über die Diskussion. Die Präsentation schafft nur Kontext. Kreiert eine Bühne, auf der die Diskussion stattfinden kann. Sie lässt sich nicht kontrollieren.
Alles, was du also tun kannst, ist herauszufinden, was sich für dich selbst richtig anfühlt. Leicht anfühlt. Und dann folgst du dieser Leichtigkeit einfach und lässt dich überraschen, wohin sie dich führt. Neugierig. Darauf vertrauend, dass das, was sich leicht anfühlt, auch richtig ist für dich. Und in diesem Vertrauen entsteht Hingabe. Sich der Sehnsucht hingeben.
Und das ist sich fallen lassen.
Schön, dass Du da bist.
Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.
Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.
Bis zum nächsten Mal,
– Jan