Mit ihren Augen.
Eine Siebenmonatige begegnet der Welt, bevor irgendwelche Rahmen da sind – und ihre Mutter beginnt, ihre eigenen zu verlernen, zurück zu diesem Blick.
Die jüngste Lehrerin auf diesem Weg ist sieben Monate alt. Bella sieht zu, wie ihre Tochter der Welt begegnet, bevor irgendein Rahmen ankommt – keine Standards, kein „falsch“, kein Gedanke daran, wie man auszusehen hätte – und nennt es, was es ist: ein unbeschriebenes Blatt, auf dem bald fremde Glaubenssätze zu schreiben beginnen.
Was sie daraus zieht, ist keine Nostalgie; es ist eine Praxis mit zwei Seiten. Der Tochter zugewandt: das Blatt so lange wie möglich schützen, damit das Mädchen sich selbst hört und nicht fremde Stimmen. Sich selbst zugewandt: Sie merkt, dass sie aufgehört hat zu urteilen und Etiketten anzuhängen – denn jeder Mensch geht seinen eigenen Weg und lernt seine eigenen Lektionen. Das landet genau auf dem Satz, aus dem diese ganze Seite gewachsen ist: Dein Weg ist der Weg. Und „Surfen im Ozean der Wahrheit“ handelt vom selben Hören – die Stimme unter dem Lärm erkennen und ihr genug vertrauen, um sich mit ihr zu bewegen.
Probiert es, sagt sie, wenigstens ab und zu – die Augen eines Kindes. Nicht, um wieder naiv zu werden, sondern um sich zu erinnern, wie das Blatt aussah, bevor darauf geschrieben wurde.
Die echte Welt.
Meine Tochter ist erst 7 Monate alt, aber sie hat mir schon vieles beigebracht. Und eine Beobachtung möchte ich mit euch teilen.🤗
Die ganze Welt um uns herum lebt ohne Regeln. Tiere, Insekten, Pflanzen, das Wetter – sie haben keine Rahmen und keine aufgezwungenen Standards.
Wenn ein Baby auf die Welt kommt, sieht es seine Mama nicht als dick oder dünn, gross oder klein, schön oder unschön. Es hat keinen Gedanken daran, dass man auf eine bestimmte Weise aussehen muss, um anderen zu gefallen. Es lebt einfach. Es ist eine reine Seele, die sich entwickelt, ihre Mama liebt und mit riesigem Interesse diese Welt erkundet.
Ein Baby ist wie ein unbeschriebenes Blatt. Und nach und nach erscheinen auf diesem Blatt fremde Glaubenssätze. Zuerst erklären die Eltern, was richtig ist und was nicht. Dann kommen Schule, Freunde, Arbeit, soziale Netzwerke, die Gesellschaft dazu. Schritt für Schritt legt sich der Mensch einen Panzer aus Rahmen, Überzeugungen und der Angst zu, etwas „falsch“ zu machen. Und irgendwann lebt er nicht mehr so, wie er selbst fühlt, sondern so, wie andere es – so glaubt er – von ihm erwarten.
Und wenn ich meine Tochter anschaue, lerne ich selbst, die Welt mit ihren Augen zu sehen.
Ich hoffe sehr, dass ich, wenn sie grösser wird, alles Mögliche tun kann, um sie so weit wie möglich vor aufgezwungenen Meinungen, Ängsten und fremden Erwartungen zu schützen. Denn ich möchte, dass sie so lange wie möglich sich selbst hört – und nicht fremde Stimmen.
Und wisst ihr, was interessant ist? Immer öfter merke ich, dass ich aufgehört habe, Menschen zu verurteilen, ihnen Etiketten anzuhängen und meine Nase dorthin zu stecken, wo man nicht darum bittet. Denn jeder Mensch geht seinen eigenen Weg, durchlebt seine eigene Erfahrung und lernt seine eigenen Lektionen.
Probiert wenigstens ab und zu, die Welt mit den Augen eines Kindes anzuschauen. Vielleicht erfahrt ihr viel Neues – nicht nur über die Welt um euch herum, sondern auch über euch selbst. 🥰🤗
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan