Einfach leben.
Ihre Beschäftigung ist es, zu leben: diese Welt lieben, die Bücher, die sie manchmal nicht liest, die Morgen, an denen ihre Tochter lächelt. Kein Rennen nötig.
„Und, was machst du so?“ – die Frage, die einen Menschen in einen Lebenslauf verwandelt. Bella schreibt von der anderen Seite: gerade keine Arbeit, kein Hobby zum Vorzeigen, kein Projekt, auf das sie zeigen könnte. Und sie weigert sich, diese Logik anzunehmen – sie ist kein kleineres Leben, das auf seine Rechtfertigung wartet. Ihre Beschäftigung, sagt sie, ist es, zu leben.
Diese Seite hält genau dafür einen Satz in ihrer Mitte: du bist genug. Nicht erst, wenn das Portfolio sich füllt – jetzt, weil es dich gibt. Es gibt kein Rennen, und niemand liegt zurück. „Lebendig werden“ sagt es als Anweisung der Liebe: leg ab, was nie deins war – das Messen, das Rennen –, komm heim und lass das Leben von innen erblühen. Bellas Version hat einen Morgen darin: ihrer Tochter beizubringen, den Kopf zu halten und den Tag anzulächeln.
Ob sie das schlechter oder besser macht, fragt sie am Ende. Die Frage beantwortet sich unterwegs von selbst.
Warum werden wir durch das Prisma von Arbeit, Hobbys, Interessen, Einkommen beurteilt?
Wenn ich kein Hobby habe, bin ich dann kein Mensch? Nicht interessant? Nicht richtig? Warum messen wir Menschen an ihren Leistungen und ihrem ständigen „Rennen“?
Ich bin einfach ein Mensch. Ich lebe einfach. Ich habe kein Hobby und keine Lieblingsbeschäftigung. Meine Beschäftigung ist es, zu leben. Ich liebe diese Welt, ich liebe es zu reisen, andere Traditionen, Ansichten, Geschmäcker kennenzulernen. Ich liebe Bücher, und manchmal lese ich monatelang nicht. Ich kann eine dumme Serie schauen, aber andererseits – warum dumm? Und worin unterscheidet sie sich von einer klugen? Gibt es überhaupt eine kluge Serie?
Ich kann einen Film schauen; ich liebe es, wenn ich weine oder lache, und Filme, die man ohne Emotionen schaut, liebe ich nicht.
Ich liebe Menschen. Besonders die, die mir nah sind, meine Familie.
Ich liebe meinen Mann und meine Tochter. Wenn sie in der Nähe sind. Wenn meine Tochter jeden Morgen gluckst und mich anlächelt. Ihr beibringen, den Kopf zu halten und Mama und den Tag anzulächeln.
Ja, ich arbeite nicht. Ja, ich renne nicht. Und was bin ich dadurch – schlechter oder besser? 🤭
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan