Unperfekte Perfektion.
Zwei Jahre ohne Urlaub, dann springt ihre Schwester ab und sie wird krank – und die Reise bleibt gut, weil sie aufhört, die perfekte Version zu verlangen.
Bella schreibt das mit halb gepacktem Koffer. Zwei Jahre ohne Urlaub, am Ende ein Wiedersehen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester – und erst springt die Schwester ab, dann bekommt sie eine Woche vor dem Flug Fieber. Die Tage, die Perfekt sein sollen, merkt sie, sind genau die Tage, die ein kleiner Haken ruinieren kann: die Hochzeit, der Geburtstag, die Reise. Statt auf die ganze Welt wütend zu sein, hat sie Tee getrunken, ihre Tabletten genommen und sich weiter auf das Meer gefreut, als wäre sie gesund.
Ihr Fazit in einem Satz ist das dritte Prinzip dieser Seite in ihren Worten: Je mehr Kontrolle und Perfektion wir wollen, desto weniger bekommen wir. Und ihr Ausweg ist das Bild, auf dem „Surfen im Ozean der Wahrheit“ gebaut ist – versuch nicht, die Welle zu kontrollieren oder sie mit deinem Willen zu lenken; erwisch sie, nimm ihren Rhythmus an und lass dich von ihr tragen. Das ist keine Passivität. Sie hat trotzdem gepackt, trotzdem geplant, ist trotzdem gesund geworden. Was sie fallen gelassen hat, war die Forderung, dass alles nach Plan läuft.
Die letzte Zeile ihres Posts sagt, wo sie ist, während du das liest: im Meer.
Unperfekte Perfektion.
Wir packen gerade für den Urlaub, und mir ist da eine Sache aufgefallen. In manchen Momenten wollen wir Perfektion. Am Hochzeitstag, am Geburtstag, im Urlaub, bei einem wichtigen Treffen oder auf der Firmenfeier. Und wenn etwas ein bisschen nicht nach Plan läuft, sind wir richtig geknickt.
Wir waren 2 Jahre nicht im Urlaub. Und dann ist es auch noch ein Treffen mit meiner Mama und meiner Schwester. Zuerst ist meine Schwester abgesprungen, sie fliegt nicht. Dann bin ich krank geworden. Aber statt auf die ganze Welt zu schimpfen, habe ich einfach meine Tees getrunken, mich mit Medikamenten vollgestopft, und heute ist der erste Tag ohne Fieber, und ich denke: Morgen fliege ich los, fit wie ein Turnschuh. Die ganze Krankheit über habe ich mich auf die Reise vorbereitet, mich nicht weniger darauf gefreut, als wenn ich gesund gewesen wäre. Und alles hat sich die ganze Zeit gut gefügt.
Je mehr Kontrolle und Perfektion wir wollen – desto weniger bekommen wir davon. Als Beispiel: Alles Spontane ist immer das Interessanteste, weil da 0 Kontrolle drin ist🤭
Manchmal muss man einfach vertrauen, seine Welle erwischen und sie reiten. Und ihr werdet merken, wie viel Erstaunliches um euch herum ihr die ganze Zeit verpasst habt.
Und während ihr das hier lest, bade ich schon im Meer 🌊
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan