Blogübersicht
Mit Zärtlichkeit zu dir

Bequeme Käfige.

Etiketten halten uns sicher, sortiert und klein – und ein Leben, um zu gefallen, ist kein Leben.

„Was werden die Leute sagen?“ Mit dieser Einstellung hat Bella jahrelang gelebt – wie die meisten von uns. Mit Etiketten lässt sich die Welt billig verarbeiten: erfolgreich oder Versager, einer von uns oder Aussenseiter, produktiv oder Ballast. Das Problem beginnt, wenn das Sortieren sich nach innen richtet.

Genau diese Wendung nach innen beschreibt „Der blinde Fleck“: Wir teilen unsere innere Welt in die Teile, die wir willkommen heissen, und die, die wir wegschieben – und dieser Krieg endet nie von selbst. Ihr Ausweg ist derselbe: aufhören, eine Rolle zu spielen, jeden Teil sein lassen – den ungeschickten, den müden, den nicht kameratauglichen – und das Leben wird von selbst leichter.

Es ist der bisher wütendste Post auf diesem Blog – und der freieste. Lass sie erzählen.

🌸 Etiketten. Bequeme Käfige.
Etiketten des Urteilens sind nichts Neues.
Sie sind ein sozialer Mechanismus, den es seit Urzeiten gibt.

Warum tun wir das?

🧠 1. Psychologie
Das Gehirn sortiert gern alles in Schubladen.
Schnell ein Etikett drauf, damit wir keine Energie an Nuancen verschwenden.
So was wie: „einer von uns – Aussenseiter“, „erfolgreich – Versager“, „normal – seltsam“.

🧱 2. Soziale Wurzeln
Früher kannte jeder seine Rolle genau: Krieger, Mutter, Bauer.
Abweichung – eine Gefahr für das Überleben der Gruppe.
Deshalb „sein wie alle“ = „in Sicherheit sein“.

💼 3. Moderner Kapitalismus
Der Wert eines Menschen = Produktivität.
Du arbeitest – gut gemacht. Du arbeitest nicht – Ballast.
Du entsprichst nicht? Hier hast du Schuld und Scham.

🤯 4. Die Kultur von Erfolg und Vergleich
Soziale Netzwerke, Werbung, Influencer schreien:
„Sei besser, schneller, schöner!“
Bist du nicht im Fluss – bist du „schlecht“, „faul“, „nicht genug“.

Heute sind diese Etiketten überall. Wir kleben sie auf alles, ohne es überhaupt zu merken.
„Wenn du nicht arbeitest – bist du eine ausgehaltene Frau.“
„Zu Hause darf man nicht müde sein – müde wird man nur auf der Arbeit.“
Wir haben sogar Etiketten dafür, wie die Frau von diesem oder jenem Mann auszusehen hat.

Wie damals, als sie die Freundin eines Fussballers fertiggemacht haben – nur weil sie etwas mollig ist.
Weil sie nicht unter das Etikett „Spielerfrau“ passt. Und wie soll sie sein? Dünn, wie aus der Werbung? Ohne Cellulite, mit perfekter Taille?
Nach welcher Checkliste entscheiden wir das überhaupt?

Und diese Etiketten fressen sich so tief in uns hinein,
dass wir anfangen, uns selbst zu beschimpfen, zu beschuldigen, anzutreiben.
Wir leben nicht so, wie wir wollen – sondern so, dass wir „gefallen“.

Und wem gefallen? Dem Nachbarn? Einem Passanten? Instagram?

Was du auch tust – es findet sich immer jemand, der kritisiert.

Ich habe viele Jahre mit den Einstellungen gelebt: „Was werden die Leute sagen?“
„Man muss für alle gut sein.“ Ich hab es satt.

Ich will ich selbst sein.
Mal komisch. Mal ungeschickt.
Manchmal füllig. Manchmal dumm aussehen. Fehler machen.
Aber – ich selbst sein. Keine Rolle spielen. Nicht scheinen. Einfach – leben.

Und wenn wir alle einfach innehielten,
uns umschauten, uns echt fühlten –
würde alles so viel leichter.

Ohne Fesseln. Ohne Masken.
Ohne diese verdammten Etiketten.

Übersetzt aus dem Russischen
von Bella

Danke fürs Lesen.

Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.

– Jan

Woher das kommt:

Der Originalbeitrag
Dieser Beitrag auf Telegram, so wie Bella ihn veröffentlicht hat – auf Russisch.
С нежностью к себе
Bellas Kanal auf Telegram – alle ihre Beiträge, auf Russisch.

Weiterlesen

Der blinde Fleck
Das verborgene Muster, das uns im Krieg mit uns selbst hält – inspiriert von Maria Sanchez' Arbeit ein Wegweiser, um deinen blinden Fleck zu erkennen und allen Teilen in dir mit echter Liebe zu begegnen.

Beitrag für Beitrag:

Die Erlaubnis zu probieren
Der nächste Beitrag
Dafür also
Der vorherige Beitrag

Wenn du neu hier bist: Diese Beiträge stammen aus «С нежностью к себе», Bellas Telegram-Kanal. Was dieser Blog ist und warum – hier weiterlesen.

Mit Zärtlichkeit zu dir
Bella geht denselben Weg mit einer ganz anderen Stimme – ehrlich wie ein Tagebuch, mitten aus dem Leben. Ausgewählte Beiträge aus ihrem Telegram-Kanal, übersetzt aus dem Russischen.