Sich alles erlauben.
Renn ins Wasser, wie du willst – niemand schaut hin, und wer doch hinschaut, hat es in fünf Minuten vergessen.

Bella schreibt diesen Beitrag vom Strand, nass und ausser Atem: wie ein Kind ins Wasser gerannt, Beine in alle Richtungen, so laut gelacht, dass man es hört. Um sie herum Leute, die „schön“ auf ihren Liegen sitzen und „schön“ ins Meer gehen. Ihr Wort für den Unterschied ist Erlaubnis.
„Der blinde Fleck“ beschreibt, wie früh wir lernen, welche Teile von uns willkommen sind und welche nicht – manche Seiten von uns bringen uns Liebe ein, andere scheinen sie zu gefährden – und wie viel von einem Leben dafür draufgeht, die unerwünschten Teile aus dem Blick zu halten. Ein Strand macht dieses Sortieren sichtbar: das Make-up, das niemand braucht, der beherrschte Gang ins Wasser, das zurückgehaltene Lachen. Bellas Antwort ist auch die, mit der der Artikel endet. Keine Duldung, sondern ein Daseinsrecht – für das laute Lachen, den Sturz, die Beine in der Luft, für alles, was du bist.
Und ihre letzte Wendung ist die, die man mitnehmen sollte: Niemand schaut hin, und die wenigen, die es tun, haben es in fünf Minuten vergessen. Was du denkst, dass sie über dich denken, denkst du selbst.
Der Urlaub hat mich zu allen möglichen Themen inspiriert.
Fangen wir mit dem dringendsten an – der Erlaubnis. Gestern bin ich wie ein Kind ins Wasser gerannt, bin hingefallen, wieder aufgestanden, Beine in alle Richtungen, habe laut gelacht und mich so glücklich gefühlt. Und ich sage zu meinem Mann: Was für ein Glück das ist, sich alles zu erlauben. Ich will rennen – ich renne, ich will lachen – ich lache, ich bade, ich spritze, ich ziehe mich an, wie ich will, ich schminke mich, ich lebe. Viele dagegen sitzen „schön“ auf der Liege, gehen „schön“ ins Wasser, manche kommen sogar geschminkt an den Strand🤷🏽♀️ Alle wollen so gern scheinen statt sein. So aussehen, dass die anderen es „gutheissen“, sich benehmen, wie es sich gehört – wobei, ehrlich gesagt, unklar ist, wie das aussieht, „wie es sich gehört“, und was das überhaupt für ein Wort sein soll 😂😂
In Wirklichkeit ist es allen um euch herum herzlich egal, wie ihr ausseht und was ihr macht. 90% werden euch nicht einmal bemerken. Und die restlichen 10% bemerken euch, verurteilen euch vielleicht oder lächeln im Gegenteil, ein bisschen neidisch auf so viel Freiheit – aber nach 5 Minuten haben sie es sowieso wieder vergessen.
Für wen halten wir uns eigentlich zurück? Wie ist das – zu leben und sich alles zu versagen, aus Angst, dass jemand urteilt, dass jemand schief schaut? EUER Leben mit den Augen der anderen zu leben, mit den Gedanken der anderen – aber das sind eure Gedanken. Den anderen ist es egal. Was ihr denkt, dass sie über euch denken – das denkt ihr selbst. Den anderen ist es egal🤭
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan