Bis es sich richtig anfühlt.
Visualisieren braucht Leichtigkeit, keine Anstrengung – du machst es dir bequem, die Bilder kommen, und du wählst aus dem, was entsteht, bis es sich richtig anfühlt.
Ich wusste, wie Visualisieren angeblich funktioniert: Augen schliessen, es klar sehen, es fühlen, als wäre es schon real. Also habe ich es behandelt wie einen Job. Ich habe mich hingesetzt, die Augen zusammengekniffen und das Bild an seinem Platz gehalten – und je fester ich zugriff, desto flacher wurde es. Nach zwei Minuten habe ich nicht mehr visualisiert. Ich habe etwas vorgeführt – und die Vorführung gleich noch benotet.
Der Brief nimmt die Anstrengung mit einem einzigen Zug heraus: Bemüh dich nicht. Mach es dir bequem, lass die Bilder von selbst geschehen, und bring deine Vorstellung mit ein, indem du aus dem wählst, was entsteht – bis es sich richtig anfühlt. Das Bild nicht bauen, sondern wählen. Wenn du den Manifest-Guide schon einmal durchgegangen bist, kennst du diese Haltung vom ersten Schritt an: das Was entscheiden, im Wie offen bleiben. Hier reicht sie bis in die Praxis selbst hinein, hinter die geschlossenen Augen.
Was folgt, ist einer der praktischsten Briefe dieser Sammlung – fast eine Anleitung. Probiere sie so aus, wie sie gegeben wurde: entspannt, ohne Noten zu verteilen.
Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.
Du musst dich nicht „bemühen“, wenn du visualisierst. Komme in eine entspannte und ruhige Lage und lass die Bilder „geschehen“, statt sie zu erzwingen. Es fühlt sich leicht und natürlich an. Lass die Bilder entstehen und gib deine Vorstellung sanft mit ein, indem du „wählst“. Anstatt die Vorstellung aktiv zu kreieren: Wähle aus den entstehenden Bildern, bis es sich richtig anfühlt für dich. Gib dich dem Prozess hin, anstatt ihn zu kontrollieren. Deine Freiheit ist im Wählen. Dein Kreieren ist im Wählen. Hingabe, statt erzwingen. So ist es leichter. Natürlicher. Probiere es aus.
Schön, dass Du da bist.
Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.
Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.
Bis zum nächsten Mal,
– Jan

