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Nachrichten aus dem Nirgendwo

Der schmale Grat.

Über den schmalen Grat zwischen Flow und Getriebensein – wie du den Übergang bemerkst, und über die Pause, die die Sehnsucht zurückbringt.

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Nach Tagen des Kreierens habe ich mich erschöpft für diesen Brief hingesetzt – noch verbunden, aber müde auf eine Art, die ich mir nicht eingestehen wollte. Die Arbeit floss; irgendwann, ohne es zu merken, hatte ich angefangen, ihr hinterherzujagen. „Nur noch das“ war mein meistgebrauchter Satz geworden.

Der Brief zieht die Linie, die ich von innen nicht sehen konnte: Es ist ein schmaler Grat zwischen Flow und Getriebensein, und die Zeichen für den Übergang sind konkret – kleine Fehler schleichen sich ein, die Leichtigkeit wird schwer, das Festhalten beginnt. Sein Rat lautet nicht durchziehen, sondern innehalten, bis die Sehnsucht zurückkehrt. „Der schöpferische Prozess“ sagt über die Pausen dasselbe: Wenn der Impuls aus dem Herzen zurückkehrt – und er wird zurückkehren – dann kreiere wieder.

Wenn du nicht mehr sagen kannst, ob du noch kreierst oder schon jagst, lohnt sich ein Blick auf den Grat.

Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.

Es ist ein schmaler Grat zwischen Flow und Getriebensein. Flow ist ruhig, klar, entspannt. Der Körper ist weich und durchlässig. Offen und hingebungsvoll. Wenn wir getrieben sind, sind wir angespannt. Zielstrebig. Wir „wollen“ es machen – „nur noch das“, „nur kurz dies“ – wenn ich „das“ noch mache, dann ist es „perfekt“. Perfektion ist Streben. Streben ist Wollen. Wollen ist nicht Kreieren. Nicht aus Liebe. Liebe will nicht. Wahres Kreieren aus deiner Essenz kommt aus Loslassen und Zulassen. Ohne Wollen. Nicht „machen“, sondern entstehen. Wenn du spürst, dass du von Hingabe zu „getrieben“ übergehst, dann ist es Zeit, innezuhalten. Zu reflektieren. Zu warten. Du merkst es, wenn sich kleine Probleme und Fehler einschleichen. Wenn die Leichtigkeit langsam schwerer wird. Und du versuchst, „festzuhalten“. Anzuhaften.

Keine Angst. Das ist eine Erinnerung. Eine Einladung, innezuhalten. Du bist nicht zu spät – oder falsch abgebogen. Du hast es zum richtigen Zeitpunkt gespürt. Höre jetzt auf dich. Atme. Mache etwas anderes, bis die Sehnsucht zurückkehrt. Bis Klarheit zurückkehrt. Stille. Innerer Drang. Leichtigkeit und Liebe.

Du bist auf dem richtigen Weg. Genau jetzt. Genau hier. Der Weg ist nicht linear und gerade. Es gibt nicht nur „Vorwärts“. Was für eine limitierende Ansicht, dass nur „Vorwärts“ richtig ist. Wahres Kreieren geschieht in allen Richtungen. Tun gehört gleichermassen dazu wie Nichttun. Es ist der Fluss allen Seins, der Kreislauf, der Rhythmus. Es ist die Natur des Rhythmus, dass er sich verändert. Wie langweilig wäre ein lineares, nur vorwärtsgerichtetes, gleichmässiges Lied?

Liebe die Abwechslung. Tag UND Nacht. Schnell UND langsam. Du verstehst. Jetzt bist du frei. Weil alles dazugehört. Und alles sein darf. Carpe Diem.

Schön, dass Du da bist.

Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.

Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.

Bis zum nächsten Mal,
– Jan

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