Der Nebel.
Nebel auf dem Weg ist kein falsches Abbiegen – heute ist nicht die Zeit zu tun, und auch das ist der Weg.
An manchen Tagen ist der Weg einfach vernebelt – langsam, schwer, nichts bewegt sich. Mein Reflex ist, das als Urteil zu lesen: Du fällst zurück, tu etwas.
Der Brief findet die versteckte Erwartung in diesem Reflex – den Glauben, dass nur Vorwärts richtig ist, dass nur Fortschritt dich weiterbringt. Er steht auf Boden, den die Briefe schon kennen, in „Kreisläufe“: Ebbe und Flut, Phasen, die nicht um Erlaubnis fragen. Heute, sagt er, ist nicht die Zeit zu tun. Nicht als Resignation – als Vertrauen.
Wenn dein Tag sich nicht bewegen will, zwing ihn vielleicht nicht dazu. Lies stattdessen das hier.
Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.
Dein Weg kann manchmal trüb, vernebelt und verwirrend sein. Neblig. Träge und müde. Du weisst, was du in diesen Momenten tun musst! Genau: Nichts. Deine Verzweiflung kommt daher, dass du denkst, dass nur Vorwärts richtig ist. Nur Fortschritt dich weiterbringt. Da ist eine versteckte Erwartung. Ein verstecktes Wollen. Wir haben schon so viel über Rhythmus, über Kreisläufe und über Vertrauen gesprochen. Heute ist nicht die Zeit zu tun. Du spürst es. Also kämpfe nicht dagegen an. Akzeptiere es und sei offen dafür, was dieses Nichts-Tun dir geben kann. Es gehört genauso zu deinem Weg. Vertraue auch darauf.
Schön, dass Du da bist.
Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.
Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.
Bis zum nächsten Mal,
– Jan

