Raum geben.
Wenn sich eine Pause auftut, ist es kein Faulenzen, sie zu nehmen – es ist Selbstverantwortung, und genau dort beginnt das Kreieren.
Wenn unerwartet eine halbe Stunde frei wird, habe ich einen Reflex dafür: sie füllen. Die Mails checken, die nächste Aufgabe vorziehen, nützlich sein. Leere Zeit fühlt sich an wie Verschwendung – wie etwas, das ich später rechtfertigen müsste.
Der Brief dreht das um: Die kleinen Pausen brauchen keine Rechtfertigung – sie sind Selbstverantwortung, denn ohne sie gibt es kein Kreieren. „Der Schöpferische Prozess“ beschreibt Schöpfung als einen Tanz zwischen Inspiration und Ausdruck; dieser Brief benennt den Boden unter diesem Tanz: Ruhe, Raum, die Dinge von selbst aufsteigen lassen. Und wo „Atempause“ mich daran erinnert hat, dass mich nichts Echtes jagt, geht dieser Brief einen Schritt weiter – eine Pause ist nicht nur Erholung, sie ist der Ort, aus dem die nächste Welle kommt.
Übe das heute, so endet der Brief. Sei gewarnt: Es bedeutet Nichtstun. Und zwar richtig.
Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.
Nimm dir die kleinen Atempausen, wenn sie sich dir ergeben. Sie sind wichtig, um Kraft zu tanken. Kraft zu tanken für die nächste Welle. Dich zu sortieren. Aber vor allem nichts zu tun. Einfach sein und Energie tanken. Das steht dir zu. Das ist auch eine Form von Hilfe, die du annehmen darfst. Und es ist Selbstverantwortung. Ohne Pausen kannst du nicht kreieren. Kreieren erfordert Reflexion. Reflexion erfordert Ruhe und In-sich-Kehren. Nichts tun. Raum geben. In sich aufsteigen lassen. Übe das heute.
Schön, dass Du da bist.
Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.
Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.
Bis zum nächsten Mal,
– Jan