Verfügbar.
Loslassen ist keine Entscheidung des Verstandes – es heisst, ins Jetzt zu kommen, wo das Gefühl führt und der Verstand wieder zum Werkzeug wird.
Ich weiss, wie Loslassen geht – in der Theorie. Ich habe darüber geschrieben, es geübt, es mir selbst erklärt, während ich nachts um drei wach lag. Und trotzdem ertappe ich mich dabei, wie ich ein Projekt des Verstandes daraus mache: mich entscheiden, etwas loszulassen, und dann jede Stunde nachschauen, ob es schon weg ist – was nichts anderes ist als Kontrolle in neuem Gewand.
Also habe ich eines Morgens direkt gefragt: Wie kann ich wirklich loslassen? Die Antwort fügt keine Technik hinzu. Sie holt die ganze Frage aus dem Kopf – ins Jetzt, wo das Gefühl führt und der Verstand wieder das wird, was er immer war: ein Werkzeug. Es ist dieselbe Balance, die „Hingabe & Entscheidung“ beschreibt, der Fluss und das Steuern – hier auf ein paar Zeilen verdichtet.
Der Brief beginnt mitten in der Antwort, als hinge die Frage noch in der Luft. Lass die Antwort landen.
Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.
Indem du deine Gedanken / den Verstand in den Hintergrund stellst und deinem Gefühl, deinem Herz Vorrang gibst.
Du fühlst im Jetzt. Das Jetzt ist intuitiv. Denken geschieht meistens nicht im Jetzt, sondern in der Zukunft oder Vergangenheit. Beides sind Illusionen, und der Versuch, sie zu kontrollieren, ebenfalls.
Wahres Loslassen heisst, ins Jetzt zu kommen. Präsent zu sein. Die Aufmerksamkeit auf dein Gefühl zu richten und dich voll und ganz von deinem Gefühl führen zu lassen. Folge dem, was sich leicht und gut anfühlt. Wähle neu, wenn es sich nicht gut anfühlt. Gebe dich diesem natürlichen Fluss hin (Hingabe). Und verwende den Verstand nur für praktische Dinge (als Werkzeug).
Das ist loslassen, sich hingeben und intuitiv handeln. Erst wenn du loslässt, bist du „verfügbar“ für unsere Führung. Und verbindest dich mit deinem wahren Selbst. Dann bist du, Du! Und das Leiden kann enden. Leiden geschieht in der Kontrolle. Das Leiden lehrt dich loszulassen.
Schön, dass Du da bist.
Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.
Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.
Bis zum nächsten Mal,
– Jan