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Mit Zärtlichkeit zu dir

Deine Maske zuerst.

Zuerst die eigene Maske aufsetzen – sie kennt die Durchsage auswendig und hat trotzdem bis zum Limit gewartet, bevor sie um Hilfe gebeten hat.

Die Liste aus der Kindheit ist vertraut: sich um die Tiere kümmern, den Älteren helfen, einen Freund in der Not nie im Stich lassen. Bella fällt auf, was auf dieser Liste nie stand – du selbst – und dass unseren Eltern dieselbe Liste in die Hand gedrückt wurde. Die Flugzeugregel, wessen Maske zuerst kommt, kennen alle; kaum jemand fliegt so.

Dann erzählt sie eine Woche, die es beweist: allein mit dem Baby in einem nagelneuen Land, am Freitag in Tränen – während die Hilfe die ganze Zeit im Nebenzimmer sass und gern gefragt worden wäre. Die Wut, die darauf folgt, trifft sie selbst, nicht ihn – und genau hier verdient sich der Post seinen Platz: Ein Bedürfnis ist richtig, und es gehört laut ausgesprochen – vor dem Limit, nicht erst am Limit. Ihre Frage – sind wir denn schlechter als die, denen wir zu jeder Tages- und Nachtzeit zu Hilfe eilen? – ist der Grundton des „Amulett der Liebe“, auf ihre Weise gesagt: Du verdienst dieselbe Fürsorge, die du gibst.

Sie endet nicht mit einer Lösung – sie endet mitten im Üben. Das ist die ehrliche Version.

Von klein auf hat man uns beigebracht, uns um unsere „kleineren Brüder“ zu kümmern, den Älteren zu helfen und sie zu respektieren, „ein Freund lässt dich in der Not nicht im Stich“ und so weiter – aber wie man für SICH SELBST sorgt, hat uns seltsamerweise niemand beigebracht. Was eigentlich das Wichtigste wäre. Es ist wie die Durchsage im Flugzeug: zuerst die eigene Maske aufsetzen, dann die des Kindes. Aber leider hat uns das niemand beigebracht – und auch an unseren Eltern ist diese Lektion vorbeigegangen.

Worauf ich hinauswill: Mein Mann ist auf Dienstreise gefahren, und ich war die ganze Woche 24/7 allein mit unserer Tochter. In einem neuen Land, in das wir eine Woche davor gekommen waren🙈 Am Anfang war es lustig und leicht, gegen Ende der Woche habe ich geweint. Müde. Es ist schwer, nicht man selbst zu sein, abhängig vom Kind, ohne eine Minute zum Ausatmen.

Und dann kam er zurück, und ich dachte, jetzt atme ich aus: Er verbringt Zeit mit unserer Tochter, und ich kann ein bisschen atmen. Am Ende haben wir den ganzen Tag Haushaltssachen gemacht, weil die Wohnung leer ist und der Umzug noch nicht abgeschlossen ist. Und gegen Abend habe ich gemerkt, dass mich das Gequengel meiner Tochter bis zum Wahnsinn reizt, dass ich innerlich keine Kraft mehr habe. Und vielleicht fährt mein Mann morgen wieder auf Dienstreise, und ich bin wieder allein mit der Kleinen. Und ich war so verletzt – und dann hat mich die Wut gepackt. Nicht auf meinen Mann, sondern auf mich. Dass ich, eine erwachsene Frau, den Mann an meiner Seite nicht um Hilfe bitten kann – der übrigens immer gern bei unserer Tochter bleibt.

Und da bin ich also schon am Limit, habe ihn zu einem Gespräch gerufen und alles rausgelassen: dass ich erschöpft bin, am Limit, dass ich mir von ihm Hilfe erwartet hatte und so weiter. Dass ich mehr auf mich selbst wütend bin und dass auch ich mich ausruhen muss. Und natürlich war die Reaktion wie immer eine vernünftige. Er hatte im Gegenteil gedacht, wie gut er das doch gemacht hat – Toilette geputzt, mit mir und unserer Tochter spazieren gegangen und so weiter. Übrigens sind wir beide erschöpft, der Umzug hat uns ganz schön ausgelaugt.

Und da denke ich: Warum sind wir bereit, allen um uns herum zu helfen, nur uns selbst nicht? Sind wir denn schlechter als die, denen wir zu jeder Tages- und Nachtzeit zu Hilfe eilen? Und das ist bei uns schon nicht das erste Mal so: Erst im Moment merke ich, dass mein Akku fast leer ist, gebe das Kind ab und gehe mich aufladen – dabei wäre alles für alle um ein Vielfaches einfacher und ruhiger, hätte ich rechtzeitig darauf geachtet.

Übersetzt aus dem Russischen
von Bella

Danke fürs Lesen.

Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.

– Jan

Woher das kommt:

Der Originalbeitrag
Dieser Beitrag auf Telegram, so wie Bella ihn veröffentlicht hat – auf Russisch.
С нежностью к себе
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Bella geht denselben Weg mit einer ganz anderen Stimme – ehrlich wie ein Tagebuch, mitten aus dem Leben. Ausgewählte Beiträge aus ihrem Telegram-Kanal, übersetzt aus dem Russischen.