Schreib es auf.
Das Tagebuch, der nicht abgeschickte Brief, der in Details aufgeschriebene Wunsch – drei Arten, Papier zu nutzen, ein Mechanismus, was aufgeschrieben wird, wird gesehen.

Ihre liebste Praktik braucht keinen Kurs, kein Timing, keine Anleitung: Papier. Der Bienenschwarm aus Gedanken – sie hat das Bild schon einmal benutzt, und es ist treffend – summt, bis er auf einer Seite landet; der Gedanke, der sich wie das Eselchen im Zirkus selbst im Kreis jagt, hört auf, sobald er aufgeschrieben ist. Im Moment des Schreibens, sagt sie, werden die Gedanken klarer, und die Antwort findet sich schneller als erwartet.
Drei Arten, ein Mechanismus: das Tagebuch, das den Tag entwirrt; der nicht abgeschickte Brief an einen Menschen, mit dem sich nicht reden lässt – ein Streit, eine Trauer; ihr müsst ihn nicht abschicken, schreibt einfach – und der Wunschbrief, das Wollen in den kleinsten Details aufgeschrieben, so dass sogar du selbst siehst, was fehlt. „Der blinde Fleck“ arbeitet an derselben Naht von der anderen Seite: Was ungesehen innen kreist, behält seinen Griff genau so lange, bis etwas es sichtbar macht. Papier ist das billigste Instrument, das es dafür gibt.
Vor Kurzem hat sie ihre eigenen Wünsche aufgeschrieben – gegen echte Scham – und zugesehen, wie sie auf dem Papier ziemlich realistisch wurden. Dieser Post ist diese Erfahrung, verdichtet zu einer Praktik, mit der du noch heute Abend anfangen kannst.
Meine liebste #Praktik ist das Schreiben. Sie ist immer bei mir. Erinnert ihr euch, wie wir als Teenager Tagebuch geschrieben haben? Erst jetzt, nach so vielen Jahren, habe ich verstanden, wie stark diese Praktik ist.
Was also schreiben?
1. Natürlich das Tagebuch. Normalerweise sind unsere Gedanken im Kopf wie ein Bienenschwarm. Sie summen und summen, und man kann sie nicht immer entziffern. Oder wie das Eselchen im Zirkus – ein Gedanke jagt sich selbst im Kreis. Und hier kommt die Praktik des Schreibens ins Spiel. Im Moment des Schreibens werden unsere Gedanken klarer, wir verstehen besser, worin das Problem liegt. Und die Antwort findet sich schneller, als wir dachten.
2. Ein Brief an einen Menschen. Es kommt vor: Man hat sich mit jemandem zerstritten, Gott bewahre, jemand ist gestorben, es gibt Probleme mit einem Menschen – ihr könnt ihm immer einen Brief schreiben. Ihr müsst ihn nicht abschicken, schreibt einfach. Übrigens, Guf hat einen Song – „Brief nach Hause“ –, er erzählt genau davon, der checkt es eben doch)))
3. Der Wunschbrief. Wir wollen oft etwas, die Stimme im Kopf klingt ziemlich gut, aber der Wunsch geht nicht in Erfüllung. Manchmal ist es besser aufzuschreiben, was ihr wollt – in den kleinsten Details. So versteht das Universum genau, was ihr wollt. Und danach lohnt es sich, das anzuschauen, was ihr geschrieben habt – und vielleicht versteht ihr, was fehlt, damit es in Erfüllung geht.
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan