Mit zitternden Händen.
Geschrieben mitten aus den schweren Tagen – nicht, um Mitleid zu wecken, sondern um dich daran zu erinnern, dass es einen Ausweg gibt. Immer.

Das ist der schwerste Beitrag auf diesem Blog, und Bella hat ihn aus der Mitte heraus geschrieben, nicht danach: Der Tod trat in ihren Kreis, und mit ihm standen alle Ängste auf einmal auf – die Angst vor dem Tod, die Angst vor dem Leben, die Angst um den Atem ihres Mannes in der Nacht, um ihre Eltern, um das Kind in ihrem Bauch.
Sie löst es nicht auf – und genau das ist die Ehrlichkeit dieses Beitrags. Was sie stattdessen hat, ist eine Richtung: sich hinsetzen, atmen, schweigen, dem Ganzen Raum geben – und dem Ausweg entgegengehen, Schritt für Schritt. „Amor Fati – Liebe dein Schicksal“ sagt die harte Version desselben: Dein Schicksal zu lieben heisst nicht, zu mögen, was geschieht. Es heisst, dich nicht davon abzuwenden – denn Akzeptanz, nicht Resignation, ist der Ort, an dem die Schwere sich zu bewegen beginnt.
Wenn es dir gerade schwer ist, dann ist dieser Beitrag für dich. Mit zitternden Händen zu gehen ist immer noch Gehen.
🌸 Wenn es dir gerade schwer ist
Das Leben.
Wir leben – und manchmal bemerken wir gewisse Dinge nicht.
Bis man sie uns beleuchtet.
Du kannst ein ganzes Leben lang verheiratet sein und denken, dass du glücklich bist,
bis du es von aussen siehst –
und plötzlich verstehst: Die ganze Zeit warst du zutiefst unglücklich.
Oder umgekehrt – du wirst dir sicher, dass du die richtige Wahl getroffen hast.
Du kannst denken, dass du keine Kinder willst,
bis deine Freundinnen anfangen, welche zu bekommen –
und du verstehst, dass du willst.
Und wie.
Ich hatte eine Zeit mit Panikattacken.
Ich lag sogar im Krankenhaus.
Danach habe ich lange gebraucht, um wieder zu mir zu kommen.
Die Unruhe ist immer noch in der Nähe –
aber inzwischen lebe ich irgendwie mit ihr.
Habe mich daran gewöhnt.
Obwohl ich dieses verschlingende Gefühl natürlich gern loswerden würde.
Mein Leben schien langsam ins Lot zu kommen.
Ruhe und eine gewisse Zuversicht
klopften immer öfter an meine Tür…
Bis die „Beleuchtung“ kam.
Wenn der Tod kommt –
trifft er mit voller Wucht. Schlägt zu, ohne auszuholen.
Und es ist egal, ob plötzlich oder ob du auf „diese eine Nachricht“ vermeintlich schon vorbereitet warst – er betäubt dich trotzdem.
Es wird einem angst.
Die Hilflosigkeit kommt.
Wie eine Welle überrollt dich die Erkenntnis, dass nichts für immer ist.
Dass es keine Kontrolle gibt. Dass wir alle verwundbar sind.
Und zusammen damit steigen alle Ängste auf.
Angst vor dem Tod. Angst vor dem Leben.
Angst um die Liebsten.
Angst um dich selbst.
Nachts horche ich, ob mein Mann neben mir atmet.
Ständig sehe ich nach meinen Eltern.
Ich sorge mich, wie es dem Kind in meinem Bauch geht.
Mir ist übel.
Innerlich geht es mir schlecht.
Ich fühle mich schwach.
Ich stecke ein wenig fest.
Aber ich weiss – bald ist die Sitzung mit meinem Psychiater.
Ich weiss – ich setze mich hin und atme. Schweige.
Versuche, mich mit dem Universum zu verbinden.
Mir Raum geben.
Im Moment ist es einfach schwer.
Ich schreibe das nicht, um Mitleid zu wecken.
Ich schreibe, um daran zu erinnern –
manchmal wird es sehr beängstigend.
Unerträglich. Es scheint, dass es keinen Ausweg gibt. Dass du feststeckst.
Aber es gibt ihn. Immer.
Die Hauptsache – ihm entgegengehen.
Schritt für Schritt.
Auch wenn mit zitternden Händen.
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan