Der Schatten.
Bücher nerven, Serien langweilen, der Körper ist aus Stein – und um dich herum scheint bei allen das Leben zu brodeln.

Dieser Beitrag hat am Ende keine Lektion – und genau deshalb gehört er hierher. Bella hat ihre Arbeit in dem Moment verloren, in dem sie erfahren hat, dass sie schwanger ist: auf dem Papier geschenkte freie Zeit, in Wirklichkeit ein langsames Gleiten in die Leere. Erledigungen auf Autopilot, Bücher, die nerven, das Leben aller anderen scheinbar am Brodeln, während ihres stillsteht. Sie findet das genaue Wort dafür: ein Schatten.
Sie stellt sich keine Diagnose – Hormone, Depression oder einfach so eine Zeit, sie weiss es ehrlich nicht. Was sie tut, ist seltener: Sie beschreibt es wahrhaftig und behält zwei Sätze in Reichweite – ich glaube daran, dass ich es schaffe, und alles geht vorbei. „Der schöpferische Prozess“ sagt, wohin solche Strecken gehören: Der Nebel und die leeren Tage sind keine Lücken im Prozess. Sie sind der Prozess. Etwas reift in ihnen, unsichtbar.
Wenn du je in diesem Nebel gestanden hast, wird sich dieser Beitrag wie Gesellschaft anfühlen. Mehr verspricht er nicht – und das ist viel.
🌸 Der Schatten
Manchmal führt uns das Leben in Situationen, in denen alles zur Unzeit zu kommen scheint. Du denkst: Wäre das doch ein bisschen früher oder ein bisschen später passiert – dann wäre es leichter gewesen, verständlicher, richtiger.
Ich habe meine Arbeit genau in dem Moment verloren, in dem ich erfahren habe, dass ich schwanger bin.
Und einerseits – das ist doch gut. Ich kann diese Zeit ganz durchleben, die Veränderungen spüren, auf meinen Körper hören, so viel schlafen, wie ich will. Und das Wichtigste – kein Stress von der Arbeit.
Aber andererseits – ich habe mein ganzes Leben lang gearbeitet. Fast ohne Pausen. Nur die Pandemie und seltene Momente der Krankheit haben mich angehalten.
Und jetzt ist es, als wäre ich im Mutterschaftsurlaub, aber die „Mama-Aufgaben“ gibt es noch nicht.
Und so – bin ich allein zu Hause. Keine Arbeit, keine Aufgaben, keine Gesellschaft.
Zuerst war es okay – die Übelkeit und die Schläfrigkeit haben mich abgelenkt. Dann war es sogar gut – kochen, putzen, lesen, etwas Leichtes schauen.
Und dann – Leere.
Alle Erledigungen auf Autopilot. Bücher nerven mich. Serien habe ich satt.
Es scheint, als würde bei allen um dich herum das Leben brodeln, und du bist wie erstarrt. Du bist – ein Schatten.
Das Interesse an allem verschwindet. Keine Lust auf Freunde, keine Lust, nach draussen zu gehen. Der Körper ist aus Stein, die Augen voller Tränen, innen – Apathie und Stille.
Als wäre das Feuer erloschen.
Als wärst du der Schatten einer Person, die irgendwo ihr Ich verloren hat.
Und neben mir – ein liebevoller Ehemann, Fürsorge, Unterstützung… Aber Freude – keine.
Ich weiss nicht, wie ich den Ausweg finden soll.
Vielleicht sind es die Hormone. Vielleicht eine Depression.
Vielleicht ist es einfach so eine Zeit.
Aber jetzt – ist es schwer. Sehr.
Ich glaube daran, dass ich es schaffe. Alles geht vorbei.
Aber jetzt… bin ich – im Schatten.
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan