Atme einfach aus.
Wenn alles, was sich sicher anfühlte, auf einmal wegbricht – und das, was bleibt, sich als genug erweist.
„Atme einfach aus. Halt inne. Geniesse die Schwangerschaft.“ Leicht gesagt – und es verlangt viel. Bella hörte diesen Satz einen Monat, nachdem ihre geliebte Arbeit zu Ende ging, kurz nachdem sie erfahren hatte, dass sie schwanger ist: kein Einkommen, kein Plan und eine Welle Angst, die heranrollt.
Was sie hier durchlebt, ist die Spirale aus „Angst und Kontrolle“: Wir suchen Sicherheit im Aussen – in Arbeit, Einkommen, Anerkennung – und in dem Moment, in dem das Aussen wegbricht, greift die Angst nach dem Steuer. Ihr Weg hinaus ist kein Plan B. Sie lässt zu, dass der Boden weg ist, und merkt, dass sie trotzdem steht: Mein Halt – das bin ich, meine Sicherheit – auch ich.
Das war einer der ersten Posts auf ihrem Kanal. Lass sie selbst erzählen.
🌸Ganz unten ankommen.
Es geht nicht immer um Schmerz. Manchmal – um die Chance, sich selbst zu begegnen.
Unser ganzes Leben lang suchen wir ein Gefühl von Sicherheit.
In der Arbeit. Im Einkommen. In der Anerkennung. In Menschen.
Aber echter Schutz ist nicht aussen. Er ist innen.
Vor einem Monat hatte ich eine Arbeit, die ich liebte, Aufstieg, Stabilität.
Ich erfuhr, dass ich schwanger bin.
Und jetzt – keine Arbeit, kein Lohn, keine Ahnung, wie es weitergeht.
Und dann rollte eine Welle von Ängsten über mich.
Ich fühlte mich verlassen, schutzlos, verloren.
Ich stürzte mich sofort auf die Jobsuche – obwohl, wer will schon eine, die gleich in den Mutterschutz geht? Und lügen kann ich nicht.
Mein Mann sagte: „Atme einfach aus. Halt inne. Geniesse die Schwangerschaft.“
Aber in mir klang es weiter:
Wenn ich nicht arbeite – falle ich zurück.
Wenn ich kein Einkommen habe – bin ich in Gefahr.
Dabei habe ich ein Zuhause.
Habe zu essen.
Habe einen Mann an meiner Seite.
Habe ein Leben in mir.
Und ich begann zu verstehen:
Mein Halt – das bin ich.
Meine Sicherheit – auch ich.
Ich darf mir erlauben zu sein. Einfach zu sein.
Mir keine Vorwürfe machen fürs „Nichtstun“.
Sondern vertrauen.
Ich glaube: Arbeit, Geld, Erfüllung – sie werden kommen.
Wenn ich bereit bin. Vielleicht noch während der Schwangerschaft. Vielleicht später.
Und jetzt ist meine Lektion – vertrauen.
Mir. Der Welt. Dem Universum.
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan