Schon da.
Jahrelang hat sie nach einem Hobby gejagt und sich fehlerhaft gefühlt – und es mitten im Workout gefunden, genau dort, wo es die ganze Zeit war.
Die Klage kennt man sofort: Alle haben ein Hobby – die, die jeden Tag Sport machen, die Lesenden, die Singenden – und sie hat nichts. Für das, was das in ihr auslöste, benutzt sie ein härteres Wort: fehlerhaft. Und sie hat getan, was die meisten von uns mit diesem Gefühl tun – versucht, sich fremde Interessen aufzudrängen, und das in den denkbar schlechtesten Momenten.
Die Wende kommt zwanzig Minuten vor dem Post, mitten im Pilates: Sie macht jeden Tag Sport. Sie liest alles, was sie in die Hände bekommt, sogar mit Baby. Ihre Serienliste reicht zehn Jahre weit. Alles war da – ausser dem Hinschauen. „Ganz sein“ behauptet dasselbe vom stillen Ende her: Was du suchst, ist nicht woanders, und der Mangel löst sich in dem Moment auf, in dem der Blick nach Hause kommt. Ihre schärfere Version: Wir werten uns zuerst selbst ab und nennen den Rest Glück.
Am Ende fragt sie alle, die mitlesen, nach ihrem Hobby. Kleine Warnung vorweg: Wahrscheinlich hast du schon eins.
Ich denke, viele werden sich darin wiederfinden. Bis heute habe ich auf die anderen geschaut und gedacht: Alle haben ein Hobby, nur ich nicht. Jemand macht jeden Tag Sport, jemand liest, jemand singt und so weiter. Und ich – nichts, gar nichts. Ich habe mich für irgendwie fehlerhaft gehalten. Die ganze Zeit habe ich versucht, dieses verdammte Hobby zu finden. Mir fremde Interessen aufzudrängen, besonders in Momenten, in denen ich nicht bereit für sie war.
Und dann heute, buchstäblich vor 20 Minuten, habe ich ein Pilates-Workout gemacht, und auf einmal dachte ich: Ich mache doch jeden Tag Sport, wieso soll das kein Hobby sein? Womit unterscheide ich mich von der Dame, die ich gestern auf Instagram gesehen und beneidet habe: „schau sie dir an, jeden Tag Sport“.
Und ausserdem vergöttere ich Bücher – ich habe alles durchgelesen, was man nur kann, sogar mit Kind finde ich Zeit zum Lesen.
Und wie ich Serien liebe – meine Liste reicht für die nächsten 10 Jahre😂
Und ich habe das alles, aber aus irgendeinem Grund sind wir es gewohnt, auf die anderen zu schauen und nicht auf uns selbst. Und uns als Erstes selbst abzuwerten, Ausreden zu finden und zu sagen: „die anderen haben es gut“.
Und ihr, habt ihr ein Hobby? Welches?)
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan