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Mit Zärtlichkeit zu dir

Ein seltsamer Neid.

Manchmal geht es beim Neid nicht darum, was andere haben – sondern darum, wie ungewohnt es sich noch anfühlt, einfach zu sein.

Ein seltsamer Neid

Neid hat einen schlechten Ruf, darum schauen die meisten von uns weg, sobald wir ihn in uns bemerken. Bella nicht. Sie hatte sich bewusst für eine stille Zeit entschieden – ihre erste Schwangerschaft, keine erzwungene Jobsuche – und dann öffnete sie LinkedIn: Alle verkünden etwas, beginnen etwas, sind in Bewegung. Und plötzlich spürte sie einen Stich.

Was sie unter dem Stich findet, hat vielleicht gar nicht mit Arbeit zu tun. Es ist der Sog, beweisen zu wollen, dass man in Bewegung ist – wie alle zu sein – selbst nachdem man sich längst anders entschieden hat. „Lebendig werden“ sagt dasselbe von der anderen Seite: Bleib bei dir selbst, komm heim zu dir. Du lebst nicht, um zu beweisen, dass du genug bist. Du bist es bereits.

Bella schreibt das mitten aus dem Lernen heraus, nicht vom anderen Ufer. Genau das macht es lesenswert.

🌿 Neid

Heute habe ich an mir eine seltsame Form von Neid bemerkt.
Ohne Wut, ohne Galle, ohne schwarze Energie.
Er schadete niemandem, aber mir selbst – war er unangenehm.
Und ich beschloss herauszufinden, was das für ein Gefühl ist.

Gerade jetzt habe ich bewusst gewählt:
mich der Schwangerschaft zu widmen.
Wenn sich Freelance-Arbeit oder eine Stelle ergibt, die mich wirklich anspricht – gerne.
Aber mich zu zerreissen, nur um irgendetwas zu finden – das habe ich mir verboten.
Das ist meine erste Schwangerschaft.
Ich will sie leben. Sie fühlen.
Und mein Mann sagte ja auch: „Atme endlich aus.“

Aber dann öffne ich LinkedIn, um einen Post zu schreiben – und sehe den Feed: „Job gefunden“, „In neuer Firma angefangen“, „Neues Projekt gestartet“.
Und plötzlich spürte ich einen Stich.
Wie das? Sie haben etwas gefunden. Und ich – nicht?
Für eine Sekunde wollte ich –
auch losgehen und irgendetwas suchen, nur um sagen zu können: „Ich arbeite!“
Um zu beweisen, dass ich wie alle bin.
Dass ich in Bewegung bin. Im Prozess. Nicht abgehängt.

Aber… ich habe mir doch selbst erlaubt, mich nicht zu beeilen.
Woher kommt er also, dieser Wunsch – wieder „wie alle“ zu sein?
Warum beschleicht mich Neid sogar gegenüber Menschen, die keine Rivalen sind, sondern einfach… leben?

Vielleicht geht es gar nicht um die Arbeit.
Sondern darum, dass einfach zu sein für mich noch ungewohnt ist.
Ohne Status, ohne Nutzen, ohne Erfolge.
Und ich lerne:
nicht zu vergleichen,
nicht zu jagen,
sondern behutsam mit meinem Weg umzugehen – auch wenn er gerade ein Weg der Stille ist.

Übersetzt aus dem Russischen
von Bella

Danke fürs Lesen.

Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.

– Jan

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Lebendig werden
Elizabeth Gilbert fragte die Liebe, wie man lebendiger wird. Die Antwort: bleib bei dir selbst, leg ab, was nie deins war, komm heim – und lass das Leben von innen erblühen.

Wenn du neu hier bist: Diese Beiträge stammen aus «С нежностью к себе», Bellas Telegram-Kanal. Was dieser Blog ist und warum – hier weiterlesen.

Mit Zärtlichkeit zu dir
Bella geht denselben Weg mit einer ganz anderen Stimme – ehrlich wie ein Tagebuch, mitten aus dem Leben. Ausgewählte Beiträge aus ihrem Telegram-Kanal, übersetzt aus dem Russischen.