Ganzsein.
Die Sehnsucht zieht dich zu dir selbst und die Angst hält dagegen – zwei Kräfte, die immer größer werden, bis das Loslassen den Weg frei macht.
An jenem Morgen hatte ich mir ein kleines Mantra geschrieben – ein paar Worte, zu denen ich im Lauf des Tages zurückkommen konnte. Ich zitiere es hier nicht; der Brief tut es auch nicht, und deines hätte ohnehin andere Worte. Als ich fragte, was die Liebe mich wissen lassen wollte, begann die Antwort mit einem Lob dafür – und erklärte dann, wofür solche Worte eigentlich da sind.
Sie sind Übung, nicht Dekoration: eine Art, zum Ganzsein zurückzukehren, bis dieser Zustand die Worte nicht mehr braucht. Von dort aus öffnet der Brief die Mechanik unter unserem Feststecken – die Sehnsucht, die dich zu dir selbst zieht, die Angst, die dagegenhält, und beide werden im Griff der jeweils anderen immer größer – und benennt, was den Weg frei macht. Er nimmt den Faden auf, den „Verbunden“ liegen gelassen hat; und wenn du lieber üben als lesen möchtest, ist die geführte Meditation „Ganz sein“ genau dafür gemacht.
Hier ist die Antwort.
Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.
Was für ein wunderbares Mantra. Es führt dich direkt zu dir selbst. Es ist eine Übung, um das „ganz sein“ zu praktizieren. Immer und immer wieder. Bis du von alleine und ganz natürlich in diesem Zustand bist.
Denn aus dieser inneren Klarheit heraus kann sich unser Weg natürlich und leicht entfalten. Kann sich unsere Seele ausdrücken. Und durch diesen Ausdruck kann sie ihre Aufgabe erfüllen. Ihre Sehnsucht. Und ankommen.
Unser Leiden kommt vom Getrenntsein – es führt uns zu unserer Sehnsucht. Und unsere Angst hält dagegen. Sie limitiert uns. Und so blockieren sich die beiden Kräfte gegenseitig. Und werden immer grösser. Bis wir durch Loslassen und Hingabe Angst und Kontrolle ablegen und so den Weg frei machen, unsere innere Stimme zu hören, zu fühlen und diesem Gefühl zu folgen. Und damit zu uns selbst finden und das Leiden sich ebenfalls auflösen kann.
Schön, dass Du da bist.
Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.
Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.
Bis zum nächsten Mal,
– Jan