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Nachrichten aus dem Nirgendwo

Perfekt unperfekt.

Über den Drang, das zu zerstören, was du geschaffen hast – und darüber, der Imperfektion ein vollständiges Daseinsrecht zu geben, als Lehrerin und lebenslanger Weggefährtin.

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Es gibt einen Moment, dem ich immer wieder begegne: Die Arbeit liegt auf dem Tisch, jemand könnte sie tatsächlich sehen – und plötzlich wirkt alles an ihr falsch. Am Tag vor diesem Brief hatte ich alles auf eine Karte gesetzt – und innerhalb von vierundzwanzig Stunden brachten Angst und Zweifel mich dazu, alles infrage zu stellen, kurz davor, es einzureißen und von vorn anzufangen.

Die Antwort des Briefes ist nicht, die Arbeit zu reparieren. Er sagt: Mach einen Schritt zurück, atme durch und lass sie eine Weile unperfekt – Imperfektion ist ein Lehrer, und sie verdient mehr, als nur ertragen zu werden. „Der blinde Fleck“ zieht dieselbe Linie zwischen einem Duldungsrecht und einem echten Daseinsrecht; dieser Brief gibt dieses Recht der Imperfektion selbst – und damit allem, was du erschaffst.

Wenn du je etwas am Tag danach am liebsten wieder gelöscht hättest, ist dieser Brief für dich.

Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.

Wenn wir kreieren, gibt es vieles, was uns auf unserem Weg begegnet und womit wir konfrontiert werden. Es sind kleine Prüfungen. Hürden, an denen wir wachsen. Manchmal kreieren wir mit Leichtigkeit und manchmal ist es so leicht aufzugeben, weil wir unsere Kreation am liebsten zerstören möchten. Dann ist es Zeit, einen Schritt zurück zu machen und durchzuatmen – kurz innehalten und vielleicht darüber zu schlafen.

Erinnere dich daran, dass du genau da bist, wo du sein sollst. Am richtigen Ort, zur richtigen Zeit. Du bist nirgends falsch abgebogen. Es ist nicht zu spät – und nicht zu früh. Du hast Zeit.

Lass deine Kreation einfach einen Moment lang unperfekt. Halte Unperfektion aus. Selbst wenn sie für andere sichtbar ist. Lass es los. Unperfekt ist jetzt gerade perfekt. Imperfektion ist ein wichtiger Lehrer. Höre ihr geduldig zu. Gib ihr Raum. Freunde dich mit ihr an. Und je mehr du sie kennenlernst, je mehr du ihr erlaubst, hier zu sein. Sie so akzeptierst, wie sie ist. Desto entspannter wirst du.

Ein tiefes Ein- und Ausatmen durchdringt dich. Angst und Zweifel verfliegen und Ruhe und Klarheit kehrt zurück. Aus dieser Ruhe kommt Stille. Die Stille, die nötig ist, um deine innere Stimme zu hören. Die Stille, die nötig ist, um aus deiner inneren Essenz zu kreieren.

Und dann kannst du dich wieder hinsetzen. Direkt neben die Imperfektion. Sie liebevoll umarmen. Ihr in die Augen schauen. Lächeln. Lachen. Und ihr tiefe Liebe entgegenbringen. Sie ist fortan dein Weggefährte. Das war sie immer. Dein ganzes Leben.

Doch jetzt kannst du sie akzeptieren. Vollständig integrieren. Nicht nur dulden, nicht nur aushalten. Nein – ihr ein vollständiges Daseinsrecht geben. So wie sie ist. Egal, ob du allein bist. Oder ob andere Leute zuschauen. Du bist Imperfektion. Deine Kreationen sind Imperfektion. Oh wunderbare Imperfektion, du bist perfekt. Und jetzt kannst du frei kreieren.

Schön, dass Du da bist.

Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.

Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.

Bis zum nächsten Mal,
– Jan

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Der blinde Fleck
Das verborgene Muster, das uns im Krieg mit uns selbst hält – inspiriert von Maria Sanchez' Arbeit ein Wegweiser, um deinen blinden Fleck zu erkennen und allen Teilen in dir mit echter Liebe zu begegnen.

Wenn Du neu hier bist: Diese Briefe sind Teil einer täglichen Schreibpraxis. Hier weiterlesen.

Nachrichten aus dem Nirgendwo
Eine tägliche Praxis: Ich stelle eine Frage – an das Universum, an die Liebe, an das große Nirgendwo – und schreibe die Antwort auf, die kommt. Hier sind die, in denen es ums Kreieren geht.