In Wellen.
Tränen vergehen, Euphorie vergeht, beides kommt in Wellen – und ob sich das Leben mit Kind verschliesst, ist eine Geschichte, die Eltern sich selbst erzählen.

Zwei Tage nachdem sie unter der Dusche geweint hat, wegen eines vergessenen Handy-Ladekabels – ihre Worte, und die ganze Geschichte steht auf ihrem Kanal –, hat Bella sich hingesetzt, um die andere Seite zu schreiben. Nicht, um die schweren Posts zurückzunehmen: „Ich will nicht, dass dieser Kanal negativ ist – ich will, dass er ehrlich ist.“ Dieser Satz könnte über diesem ganzen Blog stehen.
Unter den Witzen verstecken sich zwei Behauptungen. Erstens: Stimmungen müssen nicht repariert werden – Müdigkeit und Euphorie sind beide Wellen, dieselben Wellen, die schon vor der Mutterschaft durchs Leben gerollt sind, und „Das universelle Prinzip des Gleichgewichts“ handelt genau von diesem Pendeln zwischen den Polen. Zweitens, schärfer: „mit Kind gibt es kein Leben“ ist kein Fakt, sondern ein Satz, mit dem manche Eltern sich selbst einsperren. Der Käfig sind die Worte, nicht das Kind.
Der Rest ist eine Jokerkarte, zwei Flüge und ein Kater, der ihnen das nie verzeihen wird. Viel Vergnügen dabei.
Geweint, gekackt, weitergemacht.
Eigentlich scheint mir, dass das Leben vor der Mutterschaft und das Leben in ihr sich sehr ähnlich sind. Niemand hat immer gute Laune. Auch vor der Mutterschaft gibt es Momente, in denen du müde bist, weinen willst, irgendwas dich genervt hat und du einfach keine Kraft mehr hast. Und eher ist das eine Emotion im Moment. Genauso wie dann, wenn dich eine Welle absoluter Euphorie überrollt. Alle unsere Emotionen kommen meistens in Wellen. Aber ich will nicht, dass dieser Kanal negativ ist – ich will, dass er ehrlich ist.
Deshalb würde ich heute gern über die andere Seite der Mutterschaft schreiben 🥰
Ich werde nicht schreiben, dass Kinder ein Glück sind, das wisst ihr sowieso🤭 Aber ausserdem: Ein Kind ist eine Jokerkarte. Du musst auf die Toilette, und sie ist zu? Mit Kind macht man dir auf. Lange Schlange? Mit Kind lässt man dich vor😂 Da weht ein Hauch von „Ich bin doch Mutter!“, streite ich nicht ab – aber es kommt drauf an, wie man das ausspielt)
Zwei Flüge mit der fünf Monate alten Tochter und dem Kater. Durch alle Kontrollen kommst du schneller, viele lassen dich vor, und du gehst durch die Business-Spur. Der Flug selbst war für sie ein wildes Vergnügen – was man vom Kater nicht sagen kann; für ihn, glaube ich, ist das ein Trauma fürs Leben🤦🏽♀️
Und ich habe oft gehört, mit Kind gibt es kein Leben – alles Quatsch) Ich habe angefangen, mit Sara rauszugehen, als sie einen Monat alt wurde) Restaurants, Shopping, Ärzte, spazieren, zu den Freundinnen – easy. Mit dem Taxi und mit dem Zug. Hier hängt es, glaube ich, von den Eltern ab: Manche sperren sich selbst ein mit den Worten „ich habe jetzt ein Kind“. Und manche zeigen dem Kind gleich das soziale Leben)))
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan