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Mit Zärtlichkeit zu dir

Wie man Kartoffeln kocht.

Eine erwachsene Frau fragt ihre Freundinnen, wie man junge Kartoffeln kocht – und hinter dem Lachen sitzt eine Regel, mit der sie aufgewachsen ist und der sie nicht mehr gehorcht.

Bella fragt ihre Freundinnen, wie man junge Kartoffeln kocht, und lacht über sich selbst, bevor es jemand anderes tun kann. Sie hasst Kochen – die Rezepte, das Einkaufen, den Herd, das Aufräumen danach – und der grösste Teil des Posts ist eine Liste von dem, wozu sie keine Lust hat, erzählt ohne ein Gramm Entschuldigung. Es ist lustig. Und dann, kurz vor dem Ende, kippt es.

Ihre Mutter wurde mit einem Satz in Grossbuchstaben erzogen: EINE FRAU MUSS EINE GUTE EHEFRAU UND HAUSFRAU SEIN. „Der blinde Fleck“ beschreibt, wie früh wir lernen, welche Teile von uns Liebe verdienen und welche nicht – und wie der Rest des Lebens damit draufgeht, diese Liste hochzuklettern. Bellas Antwort ist weder, die gute Hausfrau zu werden, noch, gegen sie zu kämpfen. Sie nimmt den Teil von sich, der die Küche hasst, und gibt ihm ein schlichtes Recht, da zu sein: Sie wäscht gern, sie putzt gern die Badewanne, Kochen ist nicht ihr Ding, und es ist ihr nicht peinlich, das zu sagen.

Das ist der ganze spirituelle Inhalt eines Kartoffel-Posts, und das genügt. Sei du selbst, und wenn etwas nicht dein Ding ist – mach es nicht.

Und wie kocht man Kartoffeln?

Als wir Teenager waren, ging in der Clique meiner Freundin eine Geschichte um: Eine Bekannte von ihnen hatte beschlossen, zum ersten Mal im Leben Spiegeleier zu machen, und hat, so hiess es, die Eier einfach in die Pfanne gelegt, ohne sie aufzuschlagen, und gewartet, bis das von selbst zu Spiegeleiern wird. Wir haben sehr lange darüber gelacht und die Geschichte immer wieder hervorgeholt.

Aber heute habe ich so ziemlich dasselbe abgezogen und die Situation damals mit ganz anderen Augen gesehen. Fangen wir damit an, dass ich Kochen hasse. Ich mag es nicht, Rezepte zu suchen, einzukaufen, am Herd zu stehen und danach auch noch alles wegzuräumen. Ich kann mir ein Brot belegen, einen kleinen Salat machen, Nudeln kochen – sozusagen die absolute Basis. Und was mich nicht interessiert, merke ich mir auch nicht wirklich. Ich koche zum Beispiel selten Buchweizen und google jedes Mal, wann er ins Wasser kommt: ins kalte oder ins kochende. Und so habe ich heute beschlossen, zum ersten Mal junge Kartoffeln zu kochen, und meine Freundinnen gefragt, wie man die macht. Ich bin mir 100% sicher, dass sie gelacht haben, und im Grunde habe ich mich auch selbst über mich kaputtgelacht. Aber ich mag Kochen nicht, es gefällt mir einfach nicht – wobei, manchmal kommt die Laune, und dann kann ich schon Kartoffeln kochen und Fischstäbchen in den Ofen schmeissen.

Und noch mehr als Kochen hasse ich es, die Küche zu putzen. Diese Essensreste in der Spüle, der Lappen, der, selbst wenn er neu ist, immer stinkt, sodass danach auch die Hände stinken und man sie so 2 Mal waschen und eincremen muss. Ich kann nichts dagegen machen, aber die ganze Küchengeschichte – das ist so gar nicht meins. Und zum Glück habe ich meinen Mann, der jedes Mal die Küche putzt. Und mir das noch kein einziges Mal vorgehalten hat.

Aber, übrigens: Damals, als ich um jeden Preis unter die Haube wollte, habe ich allen die Ohren vollgequatscht, wie ich koche und putze. Gott sei Dank habe ich damals nicht geheiratet, das wäre die Enttäuschung des Jahrhunderts geworden.

Und was hat dieser Post mit Spiritualität zu tun? Ganz einfach: Meine Mama wurde damit erzogen, dass EINE FRAU EINE GUTE EHEFRAU UND HAUSFRAU SEIN MUSS. Sie ist eine von denen, die gleichzeitig putzen, kochen, waschen, arbeiten und schlafen, na, und wenn Gäste kommen, wie ihr schon verstanden habt, wischt sie obendrein noch das ganze Haus durch, sonst heisst es: „Schlechte Hausfrau.“ Ich dagegen habe akzeptiert, dass ich so bin: Ich wasche gern, putze gern die Badewanne, aber Kochen, das ist nicht mein Ding, und es ist mir nicht peinlich, das zuzugeben. Seid ihr selbst, und wenn etwas nicht euer Ding ist – macht es nicht. Sagt Nein und geniesst es.

Übersetzt aus dem Russischen
von Bella

Danke fürs Lesen.

Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.

– Jan

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Wenn du neu hier bist: Diese Beiträge stammen aus «С нежностью к себе», Bellas Telegram-Kanal. Was dieser Blog ist und warum – hier weiterlesen.

Mit Zärtlichkeit zu dir
Bella geht denselben Weg mit einer ganz anderen Stimme – ehrlich wie ein Tagebuch, mitten aus dem Leben. Ausgewählte Beiträge aus ihrem Telegram-Kanal, übersetzt aus dem Russischen.