Fünf Minuten.
Lieber fünf Minuten machen, als es gar nicht zu machen – der Satz, der jeden heroischen Trainingsplan überlebt hat.
Perfektionismus verdirbt nicht nur fertige Arbeit; er verhindert Anfänge. Bellas Version kam mit Zahlen: plus dreissig Kilo, dann stundenlange Einheiten, die sie so bestraften, dass sie hinschmiss. Der Satz, der es gedreht hat, war kein Trainingsplan: lieber fünf Minuten machen, als es gar nicht zu machen.
Das Motto funktioniert, weil es die drei Dinge wegnimmt, die eine Praxis töten – Erwartungen, Gewalt gegen sich selbst, Enttäuschung – und das Einzige behält, das eine aufbaut: nicht hinschmeissen. Vier Einheiten pro Woche statt täglicher Heldentaten; zehn faule Minuten an den schlechten Tagen; und der vertraute Trick, dass aus fünf geplanten Minuten meist dreissig werden, wenn du einmal angefangen hast. „Hingabe & Entscheidung“ geht dieselbe Linie in ganzer Breite ab – Hingabe und bewusstes Tun sind keine Gegensätze, und das Gleichgewicht der beiden ist das, worauf eine Praxis wirklich stehen kann.
Ihre Frage am Ende ist die ganze Praxis in Miniatur: Was würdest du gern anfangen – das, was du immer wieder aufschiebst? Fünf Minuten davon zählen schon.
Wir wollen immer alles perfekt machen, bis zum Ende. Und das stösst uns von einer riesigen Menge interessanter und wichtiger Dinge weg.
Ich zum Beispiel habe Sport nie besonders gemocht, aber nach +30 kg habe ich verstanden: man muss. Und dann machst du ein Trainingsvideo an oder gehst zum Trainer, eine Stunde lang schindest du dich, und unterm Strich hast du einfach keine Lust mehr.
Und in dem Moment habe ich wichtige Worte gehört: lieber 5 Minuten machen, als es gar nicht zu machen.
Und das ist jetzt mein Motto. Sport mache ich ungefähr 4 Mal die Woche, je 20–30 Minuten. Früher jeden Tag. Und das Gewicht geht runter, und der Körper hat sich gestrafft, und, was das Allerwichtigste ist, ich schmeisse es nicht hin. Manchmal kommt ein Tag, an dem ich so richtig faul bin, und ich mache 10 Minuten. Denn sogar 10 Minuten Cardio sind besser als nichts🤭
Und sehr oft, wenn du denkst „na, mache ich eben 5 Minuten“, wirst du am Ende reingezogen, und es vergeht eine halbe Stunde/Stunde)
Keine Erwartungen, keine Gewalt, keine Enttäuschung. Sogar 5 Minuten am Tag, von was auch immer, sind schon mehr als nichts 🩷
Und was würdet ihr gern anfangen zu tun, schiebt es aber immer wieder auf?)
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan