Die Unterscheidung.
Wenn die Ideen das Tempo vorgeben, braucht die innere Stimme Raum, um gehört zu werden – diesen Raum zu schaffen, jeden Morgen, ist ein bewusster Akt.
An manchen Morgen sitze ich am Schreibtisch, bevor ich überhaupt im Tag angekommen bin. Die Ideen von gestern ziehen schon, der Plan macht sich von selbst, und der Schwung beantwortet die Frage, was heute zu tun ist, bevor ich sie je gestellt habe. Es fühlt sich produktiv an. Es ist auch die Art, wie ich mich selbst wochenlang aus den Augen verliere.
Dieser Brief bittet um eine einzige Pause vor dem ersten Schritt: rauszoomen und spüren, ob sich das, was du heute machen willst, wirklich gut anfühlt – oder ob du es einfach machen „willst“. Der Schwung sagt zu beidem Ja; nur die innere Stimme kennt den Unterschied. „Ein Ort, der auf dich wartet“ nennt diesen Kompass beim Namen – dein eigenes Erleben, was sich gut anfühlt und was nicht – und dieser Brief macht daraus eine Morgenpraxis: Der inneren Stimme Raum zu geben ist ein bewusster Akt, jeden Tag von neuem.
Es ist ein kurzer Brief. Lies ihn, bevor du dich morgen hinsetzt – bevor die Ideen für dich entscheiden.
Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.
Verliere dich nicht in deinen Ideen. Nimm dir immer wieder einen Moment Zeit, um rauszuzoomen, innezuhalten und zu dir zu kommen. Damit du deine innere Stimme nicht aus den Augen verlierst. Der inneren Stimme immer wieder Raum zu geben, sie wahrzunehmen, ist ein ganz bewusster Akt. Bevor du dich also am Morgen hinsetzt und den nächsten Schritt machst – nimm dir Zeit zu spüren: Fühlt sich das, was ich heute machen will, wirklich gut an? Oder „will“ ich es einfach machen! Es geht immer wieder um diese Unterscheidung. Jeden Tag von neuem.
Schön, dass Du da bist.
Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.
Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.
Bis zum nächsten Mal,
– Jan

