Das perfekte Bild.
Ein ungeschriebener Kodex sagt, dass Mütter die Wahrheit für sich behalten – sie bricht ihn, bis hin zum Bauch, der nicht weggeht.

Bella hat das beim nächtlichen Füttern geschrieben, und es beginnt mit einem Gespräch, das die meisten Mütter von der einen oder der anderen Seite kennen: Bevor du gebärst, hörst du fast nichts, und alles davon ganz zart; danach erzählen dir dieselben Frauen alles, in allen Farben. Ein ungeschriebener Kodex – so nennt sie es.
Ihr Punkt reicht weiter als die Geburt: Jede gefilterte Geschichte legt jemand anderem neue Ängste in die Sammlung. Was „Ganz sein“ von innen übt – heil sein bedeutet nicht, unversehrt zu sein –, tut sie hier öffentlich, mit einem Foto und einer Angst, die sie noch nicht auflösen kann: der Bauch, der nicht weggeht, die Arbeit, die fast kein Ergebnis zeigt, die Hoffnung, die trotzdem bleibt.
Keine Lektion am Ende, keine Schleife drum. Genau das ist der Punkt.
Gedanken beim nächtlichen Füttern🤭
Neulich hat mich eine Bekannte nach der Geburt gefragt. Und ich habe ihr alles ehrlich erzählt, so wie ich mich daran erinnere.
Und wir haben gemerkt, dass es aus irgendeinem Grund einen ungeschriebenen Kodex gibt: Mamis erzählen über die Geburt nicht die Wahrheit. Meist gibt es sehr wenig Information, alles ganz zart – aber wenn du dann selbst geboren hast und denselben Mamis erzählst, was für eine Scheisse du durchgemacht hast, stimmen sie dir zu und erzählen von ihrer eigenen Erfahrung in allen Farben. Hallo, Frauen, warum tut ihr das?
Warum läuft bei uns alles durch einen „Filter“?
Das Leben zeigen – nur den luxuriösen Teil davon; die Geburten sind natürlich bei allen perfekt, und nach der Geburt sind dann auch alle perfekt… Wie lange spielen wir dieses perfekte Bild noch? Und packen noch mehr Ängste und Komplexe in unsere Sammlung?
Mein Bauch geht nicht weg. Und meine grosse Angst ist, dass er für immer so bleibt. Ich trainiere mit einem Reha-Spezialisten, jetzt habe ich noch einen Trainer dazugeholt, um endlich den ganzen Körper anzugehen. Ich versuche, meine Ernährung in Ordnung zu bringen, ich gehe 4 Stunden am Tag mit meiner Tochter spazieren. Bisher ist das Ergebnis sehr, sehr klein. Aber ich gebe mir Mühe und hoffe, dass er irgendwann doch noch weggeht(
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan