Der dunkle Wald.
Alte Notizen aus einem Winter im Bauernhaus, zwei Jahre später wiedergefunden – damals mehr Fragen als Antworten, und der dunkle Wald lockt heute.

Zwischen dem Notizbuch und der Frau, die es liest, liegen zwei Jahre. Auf den Seiten steht eine Mindmap mit „Ich“ in der Mitte – Familie, Arbeit, Freunde, Reisen, Hobbys – und darum herum der Zustand von damals, beim Zeichnen: mehr Fragen als Antworten, Selbstverleugnung, ein ganzer Wagen voller Ängste, keine Ahnung, wohin.
Alte Notizen zu finden ist eine Praktik, die niemand plant – und sie misst, was der Alltag verdeckt: manches beantwortet, manches geklärt, manches noch im Prozess – und der Wald selbst hat seinen Charakter verändert. Nicht bezwungen, nicht kartiert: Der dunkle Wald ist nicht mehr beängstigend; er lockt. „Angst und Kontrolle“ beschreibt dieselbe Wende von innen, aus dem Mechanismus heraus – die Angst lockert ihren Griff nicht, wenn der Weg ganz ausgeleuchtet ist, sondern wenn du aufhörst, das zu brauchen.
So sieht ein Weg zwei Jahre später aus: Nicht alle Fragen schliessen sich. Der Wald hört auf, dunkel zu sein.
Vor 2 Jahren sass ich in einem kleinen Holzhaus mit Ofen in einem Bauerndorf in der Schweiz – damals machte mich mein Mann gerade erst mit anderen Seiten der spirituellen Praktiken vertraut.
Genau damals, im Moment selbst, habe ich diese Notizen gemacht. Es gab mehr Fragen als Antworten – Selbstverleugnung, ein ganzer Wagen voller Ängste und überhaupt keine Ahnung, wohin es gehen soll. Völlig zufällig habe ich das jetzt gefunden und verstanden: In dieser Zeit habe ich Antworten gefunden, manches gelöst/geklärt, bei manchem bin ich noch im Prozess – aber dieser dunkle Wald ist nicht mehr dunkel und nicht mehr beängstigend, sondern eher anziehend, lockend.
Übrigens, das ist noch eine #Praktik. Wählt etwas, das ihr über euch selbst nicht wisst, das ihr gern ändern würdet, worauf ihr keine Antwort findet. Und wir versuchen, euch zu helfen.
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan