Eltern sein.
Was könnte spiritueller sein, als Eltern zu sein? Acht Tage später haben die Praktiken neue Namen – Dialog, Geduld, jede Hilfe annehmen.
Acht Tage nach der Ankunft ihrer Tochter setzt sich Bella hin und zieht Bilanz – und eröffnet mit einer entwaffnenden Frage: Der Kanal wurde für die spirituelle Seite des Lebens gemacht, aber was könnte spiritueller sein, als Eltern zu sein? Diese Seite behauptet seit jeher dasselbe, nur mit anderen Worten: Der Weg geschieht zwischen Frühstück und Deadlines, nicht im Tempel. Hier geschieht er zwischen den nächtlichen Fütterungen.
Ihre Liste ist Praxis, nicht Theorie. Den Stress nicht aneinander auslassen – reden. Sich abwechseln im Gefühl, nutzlos zu sein: Nachts kann er nur dasitzen und zusehen, wie sie stillt, tagsüber schläft sie, während er kocht – und die Wippe pendelt sich ein. „Das universelle Prinzip des Gleichgewichts“ beschreibt genau diese Bewegung – Gleichgewicht ist kein fester Zustand, den du halten musst, sondern eines, das sich von selbst wiederherstellt, Welle um Welle, wenn niemand sich festklammert. Und der beste Rat, den sie bekommen hat: jede Hilfe annehmen. Sie tut es – Familie, Fachleute, Freunde, jeder auf seine Weise.
Die Liste endet mitten im Gedanken, weil ihr Gehirn vergessen hat, was es überhaupt sagen wollte – und auch das hakt sie ab. Ehrlich bis zur letzten Zeile.
🌸 Eltern sein.
Ich weiss, der Kanal wurde eher mit einem Hang zur spirituellen Seite geschaffen, zu Praktiken und zum Wechsel des Lebensrhythmus – aber was könnte spiritueller sein, als Eltern zu sein?
8 Tage sind vergangen, und mein Mann und ich konnten ein paar Schlüsse ziehen:
1. Es ist Stress. Ja. Alle 5 Minuten kommt etwas Neues, du weisst nicht, wie du damit umgehen sollst, und fängst an, dir Sorgen zu machen. Das Wichtigste dabei ist, sich nicht aneinander abzureagieren, sondern im Gegenteil – einander im Dialog zu helfen und zu unterstützen)
2. Es gibt Momente, in denen du dich nutzlos fühlst. Nachts zum Beispiel kann mein Mann wenig tun, und manchmal sitzt er verschlafen da und schaut zu, wie ich stille. In solchen Momenten, ja, ist er nutzlos, und ich scheuche ihn ins Bett. Dafür kocht er mir tagsüber, ausgeschlafen, was zu essen, gibt mir Zeit zu schlafen, zu duschen und so weiter – und da bin dann schon ich die Nutzlosere. Falls man dieses Wort in so einer Situation überhaupt verwenden kann.
3. Das Schwerste ist, wenn du die Ursache eines Problems nicht verstehst. Bei uns gibt es zum Beispiel Schwierigkeiten mit dem Füttern, und daraus folgen Schwierigkeiten mit dem Schlaf. Das ist sehr zermürbend. Windeln wechseln, füttern und so weiter ist nicht schwer. Schwer ist, wenn du jede halbe Stunde fütterst.
4. „Jede Hilfe annehmen“ – hat man mir gesagt. Und ja, das ist der beste Rat. Ich hole die Familie dazu, Fachleute, Freunde. Jeder hilft auf seine Weise.
5. Hormone. Oh Götter, solche Wellen hatte ich noch nie in meinem Leben. Jede Nacht weinen? – ✅
Alles löst Tränen aus – Rührung, Traurigkeit, Müdigkeit, Ängste und so weiter.
Ich würde diese Liste wahrscheinlich noch fortsetzen, aber mitten im Post hat mein Gehirn vergessen, was es überhaupt sagen wollte.
Das ist übrigens noch ein Punkt: alles eine Sekunde später wieder vergessen – ✅
Danke fürs Lesen.
Wenn ihre Worte dich irgendwo erreicht haben, wo meine nicht hinkommen – gut. Dafür ist dieser Blog da. Nimm, was passt, und lass den Rest liegen.
– Jan