Schmerz.
Eine Reflexion über Leiden, Transformation und die Rückkehr zur Liebe.
In manchen Nächten füllt der Schmerz den ganzen Raum. Alles in mir will ihn weghaben – erklärt, betäubt, repariert, nur nicht gefühlt. Ich habe so wachgelegen und mit einem Schmerz gestritten, als wäre Gewinnen eine Möglichkeit.
Dieser Brief steigt aus diesem Kampf aus. Er sagt: Schmerz ist kein Umweg und keine Strafe – er ist ein Begleiter, der so lange zurück zu dem zeigt, was du bist, bis du das Zeigen nicht mehr brauchst. Das ist die härteste Kante von „Amor Fati“: das zu lieben, was ist – auch das hier. Und trotzdem: Leiden ist nicht der Preis des Weges.
Ich vergesse das immer wieder. Lies den Brief langsam – und lass ihn dich dort finden, wo es weh tut.
Liebe Wanderin,
Lieber Wanderer.
Du bist Licht.
Du bist Energie.
Du bist reine Liebe.
Verkörpert auf der Erde, um diese Liebe durch dich hier zu manifestieren. Das tust du, indem du deinem Herzen folgst, hinhörst, loslässt, dich hingibst – und diese Energie intuitiv durch dich hindurchfließen lässt.
Angst ist das, was dich daran hindert, diese Liebe uneingeschränkt zu verkörpern. Angst entspringt dem Ego. Sie zu überwinden bedeutet, das Ego immer wieder sterben zu lassen – und auf die Liebe, auf dich selbst, zu vertrauen. Vollständig.
Es ist die schwierigste Aufgabe überhaupt. Das ist es, was das Leben auf der Erde uns lehren will. Alles Leiden, alle Verzweiflung, jeder Schmerz hat nur ein Ziel: dich auf deinem Weg zu dir selbst zu führen. Dich in Bewegung zu halten, wenn du aufgeben willst. Dich zurückzubringen, wenn du dich verirrt hast.
Sie sind deine Begleiter, bis du Ruhe und Klarheit findest. Bis du deine innere Wahrheit erkennst. Bis du fühlst, dass du reine Liebe bist – und diese Liebe durch dich hindurch auf der Welt manifestierst. Mit Demut. Mit Hingabe. Mit Liebe.
Im Jetzt – das annehmend, was ist.
Schön, dass Du da bist.
Wenn etwas aus diesen Briefen bei Dir geblieben ist, nimm es mit – denk darüber nach, schreib Deine eigene Antwort oder lass es einfach wirken.
Und wenn nicht heute, ist das auch okay. Es gibt keine Eile.
Bis zum nächsten Mal,
– Jan

